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F-5E "Tiger"

foto: apa/mader
Wien/Washington - Die ersten Schweizer Abfangjäger vom Typ F-5E "Tiger", die als Leihflugzeuge für die kommenden Jahre die aktive Luftraumüberwachung in Österreich sicherstellen sollen, werden am 9. Juli in Graz landen. Das letzte Hindernis für das Leasing-Geschäft, die bisher ausständige Zustimmung aus den USA, liegt nun vor. Damit kann auch die Ausbildung österreichischer Piloten und Techniker auf dem Jet beginnen.

Die Übergangslösung mit den F-5E aus der Schweiz soll die Lücke zwischen dem Auslaufen der altersschwachen Draken und der Lieferung der Eurofighter ab dem Jahr 2007 schließen. Zwischen dem Sommer dieses Jahres und dem Sommer 2005 werden insgesamt zwölf Flugzeuge nach Österreich geliefert. Die Maschinen sollen für je 48 Monate angemietet werden, die Kosten pro Maschine liegen dafür bei 4,4 Millionen Euro. Inklusive aller Betriebskosten gibt Verteidigungsminister Günther Platter (V) die Kosten mit 75 Millionen Euro an.

Stationiert werden die F-5 in Graz-Thalerhof. Mit den Draken wird dann nur mehr von Zeltweg aus geflogen.

Weil es sich um ein Produkt amerikanischer Herkunft handelt, war für das Geschäft mit der Schweiz auch die Zustimmung von US-Stellen notwendig. Wenn die USA Rüstungsgüter an ein anderes Land verkaufen, geschieht das unter der Bedingung, dass dieses Land dann für jeden anderen Bestimmungszweck, also auch für die Weitergabe, eine Genehmigung der US-Regierung braucht. Ab einer bestimmten Größenordnung - dies trifft im konkreten Fall zu - ist zusätzlich der Kongress zu befassen. Dieser hat innerhalb der vorgeschriebenen 30 Tage ab Vorlage keinen Einspruch erhoben, damit ist die Zustimmung gegeben. Das US-Parlament habe die Genehmigung am Wochenende finalisiert, erklärte ein Sprecher des US-Außenministeriums am Montag in Washington auf APA-Anfrage.

Die Northrop Grumman F-5 ist einer der am meist exportierten US-Jets. Die Entwicklung hat bereits 1954 begonnen, der Erstflug fand 1959 statt. Der Jet-Typ ist damit nur unwesentlich jünger als der Draken, der 1955 seinen Erstflug absolviert hat. Jene Flugzeuge, die nun zwischen Sommer 2004 und 2005 nach Österreich überstellt werden sollen, sind allerdings deutlich jünger: Sie gehören zur modernisierten und weiter entwickelten Serie F-5E und wurden ab der zweiten Hälfte der siebziger Jahre in Dienst gestellt. Ingesamt wurden von Northrop Grumman mehr als 2.600 Stück des leichten Jägers gebaut.

Ab Anfang 2005 in Luftraumüberwachung aktiv

In der Luftraumüberwachung eingesetzt werden sollen die von der Schweiz geborgten F-5E "Tiger"-Jets ab Anfang 2005. Mitte kommenden Jahres sollen sie die Luftraumüberwachung zur Gänze übernehmen. Draken werden dann nur mehr vereinzelt eingesetzt, so Lisa Berger, Sprecherin von Verteidigungsminister Günther Platter (V) am Dienstag auf Anfrage der APA.

Die Ausbildung von vier Piloten und 40 Technikern hat bereits begonnen, sagt Berger. Geflogen wird in Dübendorf in der Nähe von Zürich.

Am 9. Juli werden die F-5 dann in Österreich - bereits mit Hoheitsabzeichen des Bundesheeres - offiziell in Betrieb genommen. Zu dem feierlichen Festakt wird auch Platters Schweizer Amtskollege Samuel Schmid erwartet.

In den Folgemonaten findet dann die so genannte Einsatzausbildung statt. Diese Phase dient auch der Anpassung der unterschiedlichen Systeme - wie des Luftraumüberwachungssystems Goldhaube - an den neuen Jet. Ab Anfang 2005 sollen die Flugzeuge in der Luftraumüberwachung eingesetzt werden.

Kritik der SPÖ

Kritik an dem Leasing-Geschäft mit der Schweiz kam am Dienstag von der SPÖ. Rechnungshofsprecher Günther Kräuter sprach von einer "unzumutbaren Zusatzbelastung für den österreichischen Steuerzahler". Für Kräuter geht es dabei um die gesamte Abfangjäger-Frage. Was sich Platter, Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) und Finanzminister Karl-Heinz Grasser in dieser Frage "erlaubt haben, wird eines Tages auf parlamentarischer Ebene bis ins letzte Detail geklärt werden. Die SPÖ wird auch in dieser Parlamentswoche nichts unversucht lassen, für den längst überfälligen Untersuchungsausschuss eine Mehrheit zu finden". (APA)