Moskau - Der russische Präsident Wladimir Putin hat im tschetschenischen Wahlkampf dem Kandidaten des Kadyrow-Clans demonstrativ den Rücken gestärkt. Der zur Wahl stehende Innenminister Alu Alchanow "hat die Ordnung in der Teilrepublik wiederhergestellt und ist rücksichtsvoll im Umgang mit Menschen", betonte Putin am Dienstag bei einem Treffen in Moskau. Alchanow galt als enger Vertrauter des am 9. Mai bei einem Sprengstoffanschlag getöteten tschetschenischen Präsidenten Achmat Kadyrow.

Unfaire Mittel

Kritiker werfen dem Kreml vor, mit unfairen Mitteln Einfluss auf die Präsidentenwahl am 29. August zu nehmen. Das Staatsfernsehen widmete Putins Gespräch mit Alchanow über zehn Minuten in den Abendnachrichten. "Bei demokratischen Wahlen hätte niemand aus dem Kadyrow-Clan Chancen auf einen Sieg", sagte der tschetschenische Geschäftsmann und Präsidentschaftskandidat Malik Saidullajew in der Vorwoche.

Seit der Ermordung Achmat Kadyrows gilt dessen Sohn Ramsan als heimlicher Machthaber in Tschetschenien. Der 27-Jährige befehligt eine auf 6.000 Mann angewachsene Präsidentengarde, denen Entführungen, Folter und Mord zur Last gelegt werden. Für eine eigene Kandidatur ist Ramsan Kadyrow nach geltendem Wahlrecht zu jung. (APA/dpa)