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Die private schwarz-blaue Koalition zwischen Bleckmann und Grillitsch bekommt Nachwuchs

foto: apa/LOEBELL
Wien - Magda Bleckmann zieht sich als FPÖ-Generalsekretärin zurück. Grund ist weniger das letzte Wahldebakel bei dem sonntäglichen EU-Votum als vielmehr Privates. Die 36-Jährige, seit längerem mit Bauernbund-Präsident Fritz Grillitsch liiert, erwartet erneut ein Baby. Auf der bundespolitischen Ebene ist Bleckmann seit Herbst 2002 aktiv - damals zog sie in den Nationalrat ein. Generalsekretärin wurde Bleckmann im Frühjahr 2003.

Nach dem Rücktritt der FPÖ-Spitze rund um Susanne Riess-Passer wurde sie bei einem Sonderparteitag im September 2002 zu einer von vier StellvertreterInnen von Kurzzeit-Obmann Mathias Reichhold gewählt und blieb dies auch unter Herbert Haupt. Bei der Nationalratswahl 2002 war Bleckmann Spitzenkandidatin der steirischen Landesliste. Sie gilt als eine der Wortführerinnen der Knittelfelder Gruppe sowie als Getreue von Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider.

Schlagzeilen

Der Öffentlichkeit ist Bleckmann aber bereits zuvor durch vielfältige Schlagzeilen bekannt geworden: So liebäugelte die ehemalige steirische Wohnbau-Landesrätin 2000 trotz ihrer Schwangerschaft mit einer Spitzenkandidatur für die steirische Landtagswahl - Spitzenkandidatin wurde aber Theresia Zierler. Bleckmann hatte zuvor mit einer privaten Tragödie für Aufsehen gesorgt. Ihr Mann Alexander Jost wurde im Mai 2000 nach einem Banküberfall erschossen.

Konservativ und deutschnational

Magda Bleckmann wurde am 5. Juni 1968 in Graz geboren. Ihr Elternhaus gehört zur traditionsreichen Industriellenfamilie Bleckmann, konservativ und deutschnational. Nach Volksschule und AHS absolvierte sie das Studium der Betriebswirtschaftslehre. Bereits als Studentin begann sie ihre politische Karriere. 1991 wurde Bleckmann erstmals in den steirischen Landtag gewählt. Ab 1995 bekleidete sie die Funktion einer Pressesprecherin des damaligen Landes-Chefs und späteren Infrastrukturministers Michael Schmid. 1996 wurde sie von ihrer Fraktion zur geschäftsführenden Klubobfrau gekürt.

Im Februar 2000 avancierte Bleckmann dann nach dem Abgang Schmids in die Bundesregierung zur Landesrätin. Ihre Aufgabenbereiche: Wohnbau, Hoch- und Tiefbau, Raumplanung, Osterweiterung, Revitalisierung sowie Blasmusik. Ab November 2000 - inzwischen hatte sie eine Tochter zur Welt gebracht - war sie wieder als Landtags-Abgeordnete tätig. In dieser Funktion war sie zuletzt für Frauen und Gleichbehandlung, Kunst und Kultur, Soziales, Unterricht und Bildung sowie Wissenschaft zuständig.

Groß in die mediale Auslage setzte sich Bleckmann mit ihrem Ansinnen, trotz Baby weiter Landesrätin sein zu wollen. Schmid ließ der ehemaligen politischen Ziehtochter und werdenden Mutter im Juli 2000 über die Medien ausrichten, dass sie nach den Wahlen am 15. Oktober 2000 nicht mehr Landesrätin sein werde, weil dies einer jungen Mutter "nicht zumutbar" sei. Bleckmann konterte: "Er kann sagen was er will. Ich sehe die Zumutbarkeit anders." Die Frage des Mutterschutzes beschäftigte jedenfalls Personalreferenten und Juristen.

"Schwarz-blaues Baby"

Nun ist sie erneut schwanger - und das in einer Verbindung, mit der sie erneut für Klatsch sorgte, gehört Grillitsch doch nicht der eigenen Fraktion, sondern der Volkspartei an. Die Koalition freut sich damit auf ihr erstes "schwarz-blaues Baby". (APA)