Wien – Etwas "parteiinternen Druck" habe es schon gebraucht, um die rote Wiener Landesregierung von der Beschlussfassung des ursprünglich geplanten, "unzureichenden" Antidiskriminierungsgesetzes abzuhalten, erzählt Raoul Fortner, Wiener Landessprecher der SP-internen Arbeitsgruppe Sozialismus und Homosexualität (Soho).

Doch die Mühe habe sich gelohnt, freut sich auch Rechtsanwalt Helmut Graupner: Am 1. Juli werde der Wiener Landtag "die bisher in Österreich weitgehendsten Bestimmungen" zum Schutz vor Rassismus, vor Benachteiligung wegen der geschlechtlichen Orientierung, des Alters, der Religion und der Weltanschauung beschließen.

Die bereits bestehenden oberösterreichischen und steirischen Regelungen umfassen nur Handlungen von Landesorganen. Das Wiener Antidiskriminierungsgesetz hingegen soll auch in privatisierten Dienstleistungsbereiche wirksam werden – etwa in ausgelagerten Pflegeheimen. (bri/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16.6.2004)