Das oppositionelle Linksbündnis hat bei den Regional- und Gemeindewahlen in Italien einen klaren Sieg errungen. Bei den Landtagswahlen in Sardinien siegte der Unternehmer Renato Soru unangefochten über seinen Gegner Mauro Pili. Trotz eines unkonventionellen Wahlkampfs ohne jeden Aufwand hatte der Chef des Internetproviders Tiscali keine Mühe, seinen Gegner hinter sich zu lassen.

Bei den Gemeindewahlen setzte sich das Linksbündnis auf Anhieb in zehn von 17 Provinzhauptstädten durch, die regierende Rechtsallianz nur in drei. In vier Städten finden Stichwahlen statt, darunter in Florenz, wo der regierende Ulivo-Bürgermeister Leonardo Domenici die 50-Prozent- Marke nur hauchdünn verfehlte. Seine Wiederwahl gilt als sicher.

Der symbolträchtigste Erfolg gelang dem Ölbaum- Bündnis in Bologna, wo der ehemalige Gewerkschaftsführer Sergio Cofferati Bürgermeister Giorgio Guazzaloca klar besiegte. Über 20.000 Menschen feierten auf der Piazza Maggiore die Rückgewinnung der ehemals roten Hochburg, deren Verlust die Linke nie verschmerzt hatte. In Bari siegte der ehemalige Anti-Mafia-Staatsanwalt Michele Emiliano mit 52 Prozent gegen seinen Konkurrenten Luigi Lobuono. Auch in Padua führte der Ulivo-Kandidat Flavio Zanonato einen Machtwechsel im Rathaus herbei. Die scheidende Bürgermeisterin Giustina Destra kam nicht über 33 Prozent hinaus.

Bei den Wahlen für die Provinzparlamente setzte sich der Ulivo in 36 Provinzen durch, das Rechtsbündnis nur in drei. In 21 Provinzen finden in zwei Wochen Stichwahlen statt. Dazu gehört Mailand, wo die von Premier Berlusconi gestützte Kandidatin Ombretta Colli mit 37 Prozent nur auf Platz zwei liegt und zum Sieg die Stimmen der Lega Nord benötigt. Premier Berlusconi übernahm die Verantwortung für die Niederlage, versprach "die Korrektur begangener Fehler" und kündigte eine Regierungsumbildung an. (DER STANDARD, Printausgabe, 16.6.2004)