Luxemburg - Wie die künftige Regierung in Luxemburg aussehen wird, bleibt weiter unklar. Der konservative Ministerpräsident Jean-Claude Juncker von der Christlich-Sozialen Volkspartei (CSV) sagte am Dienstag vor Journalisten, dass er erst nach dem 23. Juni mit Koalitionsverhandlungen beginnen wolle. Hintergrund sind die bevorstehenden Gipfel von EU und NATO. Am 23. Juni feiert das Großherzogtum zudem seinen Nationalfeiertag.

Großherzog Henri ernannte Juncker am späten Dienstagnachmittag zum so bezeichneten "Formateur" und erteilte ihm damit den Auftrag zur Regierungsbildung. Staatschef Henri hatte zuvor die Spitzen der einzelnen Parteien zu Gesprächen empfangen. Weder Juncker noch er ließen eine Richtung bei den Koalitionsverhandlungen durchblicken.

Die große Verliererin der Wahl, die liberale Demokratische Partei (DP), warb unterdessen weiter um eine Fortsetzung der bestehenden Koalition. Der frühere liberale Premierminister und Ex-EU- Kommissionspräsident, Gaston Thorn (DP), empfahl seiner Partei mit Blick auf die deutlichen Verluste aber die Rolle der Opposition.

Beobachter gehen davon aus, dass es künftig eine Koalition mit der Sozialistischen Arbeiterpartei (LSAP) geben wird, wie bereits 15 Jahre lang bis 1999. Die Sozialisten wurden am Sonntag zweitstärkste Kraft in Luxemburg. Sie erhielten 14 Mandate (23,4 Prozent) und damit vier mehr als die Liberalen (16).

Die CSV gewann 5 Sitze und hat nun 24 Mandate (36,1). Mit im 60-köpfigen Parlament sind auch die Grünen (Dei Greng) mit 7 Mandaten (11,6 Prozent) und das Aktionskomitee für Demokratie und Rentengerechtigkeit (ADR) mit fünf Mandaten (10). (APA/dpa)