Washington - Die Demokraten im US-Kongress haben am Dienstag absolute Aufklärung über angebliche Verschwendung bei der Ölservice-Firma Halliburton im Irak verlangt. Die texanische Firma, die Vizepräsident Richard Cheney bis zu seiner Ernennung für Jahre leitete, hat nach Angaben von Mitarbeitern Steuergelder verschleudert.

Unabhängig davon werfen Kritiker der Regierung vor, die ehemalige Cheney-Firma bei der Vergabe von Verträgen im Irak bevorzugt zu haben. Erst vergangene Woche stellte sich heraus, dass eine Mitarbeitern von Cheney in die Auftragsvergabe involviert war.

"Ich bin entsetzt über die Berichte über Halliburtons Aktivitäten am Persischen Golf", sagte Minderheitenführer Tom Daschle. "Wir müssen auf angemessene Kontrolle bestehen und darauf, dass Halliburton sich dazu äußert. Das ist bisher nicht passiert."

10 000 Dollar Hotelrechnung

Mehrere ehemalige Mitarbeiter kritisierten die Firma in schriftlichen Stellungnahmen scharf. So sei ein rund 85 000 Dollar teurer Lastwagen einfach aufgegeben worden, als er wegen eines leicht reparierbaren Schadens (der "Spiegel" schreibt von Reifen- und Ölwechsel) liegen geblieben war. 100 Angestellte hätten für 10 000 Dollar in einem Nobel-Hotel in Kuwait übernachtet, obwohl sie nach Armee-Angaben in Zelten wohnen sollten, berichtete die Zeitung "Houston Chronicle" am Dienstag.

Die Firma kündigte eine interne Untersuchung an. Halliburton hat schon vor dem Einmarsch im Irak Milliardenaufträge für den Wiederaufbau der irakischen Ölanlagen und Armee-Service-Dienste erhalten. Teilweise gab es dafür keine öffentlichen Ausschreibungen. Bereits einmal zahlte das Unternehmen Geld an die Regierung zurück, als sich herausstellte, dass für Benzin und Armee-Mahlzeiten zu hohe Preise berechnet worden waren. (APA/dpa)