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Die hohen Treibstoffpreise heizten die Inflation an.

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Grafik:APA
Wien - Die starke Verteuerung der Treibstoffpreise infolge der gestiegenen Ölpreise hat die Inflationsrate in Österreich im Mai auf 2,1 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit August 2002 hochgetrieben. Im April hatte die Jahres-Teuerung noch 1,6 Prozent betragen, nach 1,5 Prozent im März und 1,4 Prozent im Februar.

Ein Sechstel der Inflationsrate wurde im Mai allein durch die binnen Jahresfrist um 14 Prozent verteuerten Kraftstoffe und Schmiermittel bewirkt. Die Hauptgruppe Verkehr legte dadurch um 4,9 Prozent zu und war insgesamt für ein Drittel der Inflationsrate verantwortlich, wie die Statistik Austria am Mittwoch bekannt gab.

Der für die Währungsunion berechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) war im Mai ebenfalls um 2,1 Prozent höher als ein Jahr zuvor, im April waren es +1,5 Prozent gewesen.

Im Monatsabstand stieg das nach dem nationalen Warenkorb ermittelte Preisniveau im Mai um 0,5 Prozent, nach den HVPI-Kriterien legte es um 0,4 Prozent zu.

Benzin im Mai 8 % teurer als im April

Fast die Hälfte der Teuerung gegenüber dem Vormonat April wurde im Mai durch Kraftstoffe und Schmiermittel (+6 Prozent) sowie flüssige Brennstoffe (+3 Prozent) verursacht. Normal- und Superbenzin verteuerten sich um je 8 Prozent, Diesel um 5 Prozent und Heizöl extra leicht (für Großabnahmer) um 4 Prozent.

Die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke legten im Monatsabstand um 0,4 Prozent zu, am deutlichsten bei Obst (+4 Prozent). Der Bereich Freizeit und Kultur verteuerte sich um 1,1 Prozent, angetrieben von 8 Prozent teureren Glücksspielen (Lotto +13 Prozent). Um 3 Prozent billiger wurde binnen Monatsfrist Gemüse.

"Allgemein gestiegene Hintergrundinflation"

Im Jahresabstand wurde im Mai erstmals in keiner der 12 Hauptgruppen keine Preissenkung mehr registriert, was laut Statistik Austria - abgesehen von den direkten Ölpreis-Effekten - auf eine "allgemein gestiegene Hintergrundinflation" hinweist. Einzige Ausnahme war die relativ kleine Gruppe Nachrichtenübermittlung, in der etwa Mobiltelefongeräte um 21 Prozent billiger wurden. In der Hauptgruppe "Verschiedene Waren und Dienstleistungen", die sich im Schnitt um 2,9 Prozent Jahresrate verteuerte, stachen Preisanstiege von 7 Prozent bei Finanzdienstleistungen hervor.

Der Index der Saisonwaren, der im April im Jahresabstand noch um 2,4 Prozent zurückgegangen war, blieb im Mai-Mai-Vergleich unverändert und erhöhte sich im Monatsabstand um 0,3 Prozent. Der Index ohne Saisonwaren legte im Jahresabstand um 2,2 (1,6) Prozent zu und stieg gegenüber dem Vormonat um 0,6 Prozent. Der Preisindex für den privaten Pkw-Verkehr lag im Mai mit 4,3 (1,8) Prozent erheblich über dem Vorjahr und mit +1,6 Prozent stark über dem Vormonat April.

(APA)