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Archivaufnahme aus dem Jahre 1999, der ungarische Schriftsteller Peter Esterhazy bei der Auszeichnung mit dem Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur

Foto: apa/Barbara Gindl
Frankfurt/Main - Der ungarische Schriftsteller Peter Esterhazy erhält in diesem Jahr den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Dies teilte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels am Mittwoch in Frankfurt mit. Der 53-Jährige beklage nicht nur als weithin vernehmbare Stimme die Zerstörung des Menschen durch Terror und Gewalt, sondern gestalte dessen "Wiederauferstehung in Trauer und Ironie", begründete der Stiftungsrat seine Wahl. Esterhazy habe nicht nur seine Heimat Ungarn in der Mitte Europas, sondern Europa in der Mitte der Literatur neu situiert. Die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung wird während der Frankfurter Buchmesse am 10. Oktober verliehen.

Der in Budapest geborene Esterhazy zählt zur postmodernen Generation der ungarischen Literatur. Als sein größtes Werk gilt "Harmonia Caelestis". In dem im Jahr 2000 erschienenen Buch beschreibt er seine Familiengeschichte. Für die ungewöhnliche Chronik, die in Ungarn monatelang die Bestsellerliste anführte, wurde er mehrfach ausgezeichnet. Esterhazy stammt aus einer alten aristokratischen Familie, die 1948 nach der Machtergreifung der Kommunisten enteignet und deportiert wurde.

Liste der Preisträger der vergangenen zehn Jahre

1994 - Jorge Semprun, spanischer Schriftsteller und Politiker
1995 - Annemarie Schimmel, deutsche Orientalistin
1996 - Mario Vargas Llosa, peruanischer Schriftsteller
1997 - Yasar Kemal, türkischer Schriftsteller
1998 - Martin Walser, deutscher Schriftsteller
1999 - Fritz Stern, amerikanischer Historiker
2000 - Assia Djebar, algerische Schriftstellerin und Historikerin
2001 - Jürgen Habermas, deutscher Soziologe und Philosoph
2002 - Chinua Achebe, nigerianischer Schriftsteller
2003 - Susan Sontag, amerikanische Schriftstellerin
2004 - Péter Esterházy, ungarischer Schriftsteller

Mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels hat der in Frankfurt ansässige Börsenverein seit 1950 mehr als 50 Schriftsteller, Philosophen, Wissenschaftler und Politiker ausgezeichnet. Unter den Geehrten waren unter anderem Albert Schweitzer (1951), Hermann Hesse (1955), Carl Friedrich von Weizsäcker (1963), Astrid Lindgren (1978), Yehudi Menuhin (1979) und Vaclav Havel (1989). (APA/dpa)