Wien - Die Vollversammlung der Wiener Ärztekammer spricht sich gegen die geplante Reduktion von Arztstellen im Wiener AKH aus. Sie fordert in einer Resolution, "umgehend alle Maßnahmen zu setzen, um die medizinische Qualität dieses Universitätsspitals sowohl in der Ausstattung mit Geräten als auch mit ausreichend qualifizierten Ärztinnen und Ärzten zu erhalten".

Sparziel: neun Millionen Euro

Die Ärztekammer reagiert damit laut eigenen Angaben auf ein Schreiben des Rektors der Medizinuniversität Wien (MUW), Wolfgang Schütz, in dem dieser einen Aufnahmestopp angekündigt hat, der so lange anhalten wird, bis 137 Arztstellen eingespart sind. Der finanzielle Einsparungseffekt wurde mit 9 Millionen Euro beziffert. Begründet wurde die Maßnahme mit fehlenden Investitionsmitteln und der Überlegung, dass aus Gründen des Arbeitszeitgesetzes Journaldienste eingespart werden sollen.

Dem gegenüber hält die Ärztekammer fest, dass mit einer Reduktion von Arztstellen in dieser Höhe "der Ruf der Medizin-Weltstadt Wien und ihres Universitätsspitals nachhaltig zerstört wird".

Erweiterung des ärztlichen Leistungsangebots

Eine Diskussion um Reduzierung von allgemeinen Ambulanzen könne nur dann strukturiert geführt werden, wenn man zuerst diese Ambulanzen unter dem Aspekt wissenschaftlicher und ausbildungstechnischer Notwendigkeiten untersuche und andererseits dort eine Erweiterung des ärztlichen Leistungsangebots für die Patienten schaffe, heißt es in der Resolution.

Auch eine Resolution zur Führung der Wiener Geriatriezentren als Krankenanstalten wurde verabschiedet. Darin fordert die Ärztekammer ein ärztlicher Dienst rund um die Uhr und die Betreuung durch Angehörige der gehobenen medizinischen Dienste in allen Wiener Pflegeheimen und Geriatriezentren. Nur so könne eine optimale Betreuung erreicht werden, wurde versichert. (APA)