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Foto:Reuters/Doce
Den Haag - Die oft fanatischen Anhänger des niederländischen Fußball-Nationalteams sind nach dem Auftakt der Fußball-EM merklich leiser geworden. Oranje sei noch einmal davongekommen, lautete am Mittwoch im Land der Tulpen der allgemeine Tenor über das mühsame 1:1 der "Elftal" gegen Erzfeind Deutschland in Porto. "Wir müssen zufrieden sein", meinte der Kommentator des niederländischen Fernsehens ernüchtert.

Kritik von Cruyff

Europas Fußballer des Jahrhunderts, Johan Cruyff, befand: "Mit dem Ergebnis können wir zufrieden sein, mit dem gezeigten Spiel überhaupt nicht. Unsere Mannschaft war schwach bis sehr schwach. Sie muss sich sehr steigern, will sie Gruppe D mit Tschechien und Lettland das Viertelfinale erreichen." Der Optimismus war vor dem Spiel groß, doch nach dem Remis wächst die Skepsis immer mehr.

Nur noch sieben Prozent rechnen jetzt mit dem Titelgewinn, ermittelten Meinungsforscher in einer Schnellbefragung. 26 Prozent halten es nicht mehr für ausgeschlossen, dass Oranje gar in der ersten Runde ausscheidet. In der Bewertung durch das Fernsehpublikum kamen Van Nistelrooy und Co nur auf 5,5 von zehn möglichen Punkten, die deutsche Elf immerhin auf 6,2 Punkte.

Der versöhnliche Ausgang der lange von den Deutschen dominierten Partie, die 7,5 Mio. Zuschauer vor die TV-Geräte gelockt hatte, trug wohl dazu bei, dass nirgendwo im Land die Gemüter überkochten. Auch wo Deutsche und Niederländer gemeinsam die Begegnung im Fernsehen verfolgten, blieb es zumeist friedlich. So wie in Gildehaus, wo die deutsch-niederländische Grenze stellenweise mitten durchs Dorf verläuft. (APA/dpa)