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Vuk Draskovic beim Besuch seiner Amtskollegin Benita Ferrero-Waldner in Wien

Foto: AP/Hans Punz
Wien - Serben und Kosovo-Albaner sollen gemeinsam in Richtung EU gehen. Dies erklärte der serbisch-montenegrinische Außenminister Vuk Draskovic Mittwoch im Anschluss an ein Gespräch mit Amtskollegin Benita Ferrero-Waldner in Wien. Draskovic sprach sich gegen die Unabhängigkeit des Kosovo aus. "Wir brauchen durchgängige Grenzen für den freien Waren-und Personenverkehr. Wir trachten danach, uns zu europäisieren und nicht andere zu balkanisieren."

Derzeit sei der Raum zwischen der Grenze Sloweniens und Griechenlands noch ein großes schwarzes Loch, so Draskovic. Es gelte, diesen zu europäisieren. Österreichs unterstützende Rolle sei dabei von großer Bedeutung. Die bilateralen Beziehungen seien sehr gut, könnten jedoch in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht noch ausgebaut werden.

Draskovic dankte Ferrero-Waldner, dass sie sich für die Dezentralisierung des Kosovo einsetze. "Die Rechte der Albaner als auch der Serben müssen geschützt werden." Ferrero-Waldner pflichtete ihrem Amtskollegen bei.

Serbien-Montenegro habe den Zug nach Brüssel derzeit zwar verpasst, sagte Draskovic. Er ist jedoch überzeugt, dass das Land schnell aufholen könne. "Ich bin sicher, dass Brüssel angenehm überrascht sein wird." Es dürfe allerdings nichts Gravierendes geschehen, sagte Draskovic im Hinblick auf die bevorstehende Präsidentschaftswahl Ende Juni. Sein Land dürfe nicht in die Vergangenheit zurückfallen. In der Stichwahl stehen einander der Ultranationalist Tomislav Nikolic und Boris Tadic von der Demokratischen Partei gegenüber. (APA/DER STANDARD, Printausgabe, 17.6.2004)