Wien - Jedes der sechs freiheitlichen Regierungsmitglieder könnte von einer Umbildung betroffen sein, eröffnete Vizekanzler Hubert Gorbach am Mittwoch dem Parlamentsklub der FPÖ. Ob es allerdings überhaupt eine Regierungsumbildung geben werde, sei noch offen, erklärte die designierte Parteichefin Ursula Haubner. Insgeheim hofft man in der FPÖ darauf, dass es auch beim Koalitionspartner ÖVP eine Änderung in der Regierungsmannschaft geben werde, an die man sich dann anhängen könne.

Innenminister Ernst Strasser könnte gehen, heißt es, er hat mehrmals angedeutet, dass er aus der Politik aussteigen wolle. Und wer weiß, ob nicht Wolfgang Schüssel zu Brüsseler Weihen gelangt.

Als Opfer der "Optimierungen" im blauen Regierungsteam werden Gesundheitsstaatssekretär Reinhart Waneck und Sportstaatssekretär Karl Schweitzer genannt. Auch für Sozialminister Herbert Haupt könnte es eng werden. Vorstellbar ist, dass Haubner selbst Sozialministerin wird, um auch ihre Position in der Regierung aufzumöbeln, und dass Haupt nach Kärnten geht. Als Chef der Landespartei. Das wiederum würde den derzeitigen Kärntner FP-Chef Martin Strutz frei machen, der als Haiders Mann ins Regierungsteam nach Wien wechseln könnte.

Eine andere Möglichkeit wäre, Haupt auf den Posten des Nationalratspräsidenten wegzuloben. Die Gerüchte, dass sich Thomas Prinzhorn aus der Politik zurückziehen könnte, hat Haubner allerdings zurückgewiesen: "Eine Amtsmüdigkeit hat er mir gegenüber nicht bekundet."

Justizminister Dieter Böhmdorfer hat immer wieder intern Kritik am Führungskurs geübt, soll im Team aber erhalten bleiben. (pm, völ/DER STANDARD, Printausgabe, 17.6.2004)