Köln - Die Plagiatsvorwürfe gegen Regisseur Roland Emmerich und seinen Film "The Day After Tomorrow" haben vor dem Kölner Landgericht wahrscheinlich wenig Aussicht auf Erfolg. Diese Tendenz ergab sich aus Richter-Äußerungen bei der mündlichen Verhandlung am Mittwoch. Die Übereinstimmungen in Rahmenhandlung, Orten und Personen seien eher allgemein und nicht durch das Urheberrecht schützenswert, sagte die Vorsitzende Richterin Margarete Reske.

Der Harvard-Professor und Autor Ubaldo DiBenedetto will in einer Einstweiligen Verfügung gegen den Filmverleih Twentieth Century Fox Deutschland durchsetzten, in Deutschland als Mit-Urheber des Films genannt zu werden. Er sieht Ähnlichkeiten zu einem seiner Bücher. Die Entscheidung über den Antrag auf eine Einstweilige Verfügung wird für den 7. Juli erwartet.

Weder die Reaktionen der Menschen auf die Klimaveränderungen noch der Energiemangel oder eine Eiszeit seien Teile, die auf der "schöpferischen" Individualität des Autors beruhten, sondern Allgemeingut, sagte die Richterin. Auch die Idee der Ursache für eine Eiszeit - im Buch wie im Film die Reflexion des Sonnenlichts - könne im Brockhaus nachgelesen werden. Die Übereinstimmungen hätten nicht die geforderte urheberrechtliche Qualität. Schützenswert wären dagegen der Kampf und das Leben der Hauptperson. Diese seien im Film aber anders als im Buch.

DiBenedetto meint, Emmerichs Film basiere auf seinem Buch "Polar Day 9", das unter einem Pseudonym erschienenen war. 1998 hatte DiBenedetto dem Büro von Emmerich das Buch als Vorlage für einen Film vorgeschlagen. Es wurde als Drehbuch-Grundlage jedoch abgelehnt. (APA/dpa)