Washington - Der Präsidentschaftskandidat der oppositionellen US-Demokraten, John Kerry, hat beim Spendensammeln für seine Wahlkampagne die eigenen Erwartungen übertroffen. In den vergangenen drei Monaten seien mehr als hundert Millionen Dollar (83 Millionen Euro) an Kerry geflossen, teilte sein Wahlkampfteam am Mittwoch mit. Diese Summe hatte sich der Kandidat den Angaben zufolge eigentlich erst für den Zeitraum bis zum Parteitag der Demokraten Ende Juli in Boston zum Ziel gesetzt gehabt.

Für Kerry ist es von wesentlicher Bedeutung, wie viel Geld er bis zu dem Parteitag sammeln kann, auf dem er offiziell zum Herausforderer von Präsident George W. Bush gekürt werden soll. Denn vom Zeitpunkt ihrer offiziellen Nominierung bis zur Wahl am 2. November dürfen die Präsidentschaftskandidaten keine Spenden mehr eintreiben, sondern werden aus der staatlichen Wahlkampfhilfe finanziert. In dieser Schlussphase dürfen sie dann auch nicht mehr ausgeben, als sie vom Staat bekommen.

Für Kerry und Bush wurde diese staatliche Kampagnenfinanzierung auf jeweils 75 Millionen Dollar festgelegt. Da der Parteitag der Republikaner mit der Nominierung Bushs aber erst Ende August stattfindet, hat das Wahlkampfteam des Präsidenten einen Monat mehr Zeit als das Kerry-Lager, Spenden einzutreiben und Mittel in unbegrenzter Höhe auszugeben. (APA)