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Multimillionär und Kunstmäzen Herbert Axelrod

Foto: AP/MIKE DERER

Newark - Der in den USA wegen Steuerhinterziehung gesuchte Multimillionär und Kunstmäzen Herbert Axelrod ist in Deutschland verhaftet worden. Wie die US-Justizbehörden am Mittwoch mitteilten, wurde der 76-Jährige am Abend auf dem Flughafen Berlin-Tegel festgenommen. Axelrod, Mäzen des Kunsthistorischen Museums (KHM) Wien und anderer renommierter Institutionen, war laut Mitteilung der US-Behörden aus Zürich gekommen.

Die Staatsanwaltschaft in New Jersey erklärte, sie habe die deutschen Behörden bereits darüber informiert, dass sie Axelrods Auslieferung beantrage.

Geldtransfer und Kuba-Flucht

Axelrod wird vorgeworfen, eine große Geldsumme am amerikanischen Fiskus vorbei auf Schweizer Bankkonten transferiert zu haben. Der als Kunstmäzen bekannte Millionär flüchtete nach Kuba, nachdem im April in den USA Haftbefehl erlassen worden war. Im vergangenen Jahr hatte Axelrod eine Sammlung 30 seltener italienischer Streichinstrumente - unter anderem von Antonio Stradivari - für rund ein Drittel ihres eigentlichen Wertes an das New Jersey Symphony Orchestra verkauft.

Laut dem Nachrichtenmagazin "profil" hatte Axelrod im Februar dem KHM vier Streichinstrumente des Tiroler Barock-Geigenbauers Jacob Stainer im Wert von rund einer Million Euro geschenkt. Bereits zuvor hatte er dem KHM für die Sammlung alter Musikinstrumente zwei Stradivaris und eine Guarneri als Leihgabe überlassen und 1998 der Smithsonian Institution vier Stradivaris geschenkt.

Transfer von 700.000 Dollar

US-Staatsanwalt Christopher J. Christie wirft Axelrod laut "profil" unter anderem vor, einem ehemaligen Manager seines Verlages T.F.H. Publications dabei behilflich gewesen zu sein, mehr als 700.000 Dollar (585.921 Euro) am amerikanischen Fiskus vorbei auf Schweizer Bankkonten zu transferieren.

Axelrod soll in den vergangenen Wochen seinen gesamten Immobilienbesitz in den USA im Wert von mehreren Millionen Dollar kurzfristig veräußert haben und wollte seinen Lebensabend mit seiner Gattin Evelyn in Österreich oder der Schweiz verbringen.

KHM-Direktor Wilfried Seipel, der Axelrod erst vor wenigen Wochen in Kuba besucht hatte, erklärte gegenüber "profil": "Ich bin fassungslos. Davon wusste ich nichts. Bei meinem Besuch hat er kein Wort darüber verloren." (APA)