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Die "New York Times" fordert US-Präsident Bush dazu auf, sich für die Behauptung zu entschuldigen, der Irak-Krieg sei Teil des Kampfs gegen den Terror.

Foto: REUTERS/Jason Reed
Washington - Die US-Tageszeitung "New York Times" hat US-Präsident George W. Bush zu einer Entschuldigung für seine Behauptung aufgefordert, der Krieg gegen den Irak diene dem Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Nach der Feststellung des Kongress-Untersuchungsausschusses zum 11. September 2001, dass der damalige irakische Präsident Saddam Hussein keine Verbindungen zum Al-Kaida-Netzwerk unterhielt, müsse sich Bush dem amerikanischen Volk stellen, dem ein anderer Eindruck vermittelt worden sei, schrieb das Blatt in seinem Leitartikel. Von allen Mitteln, die Bush dazu eingesetzt habe, die US-Bürger von dem Waffengang zu überzeugen, sei die angebliche Verbindung zwischen dem Krieg und dem internationalen Terrorismus "die am deutlichsten Unehrliche" gewesen. Dabei gehe es nicht allein um die "sinkende Glaubwürdigkeit" des Präsidenten, hieß es in dem Leitartikel. Denn der Kampf gegen den Terrorismus habe darunter gelitten, dass militärische und nachrichtendienstliche Kapazitäten aus Regionen wie Afghanistan abgezogen worden seien, wo sich tatsächlich Al-Kaida-Kämpfer befunden hätten. Als Erklärung gebe es die "unerfreuliche Alternative": Entweder habe Bush gewusst, dass er nicht die Wahrheit gesagt habe, oder er habe die "Fähigkeit zur politisch motivierten Selbsttäuschung". (APA)