Ars Electronica 2004, das Linzer Festival für Kunst, Technologie und Gesellschaft, spannt vom 2. bis 7. September einen Bogen zwischen Vergangenheit und Zukunft. Open-Air Veranstaltungen, Ausstellungen und Diskussionen prägen das unter das Motto "Timeshift - die Welt in 25 Jahren" gestellte Programm, das für die Veranstalter Ars Electronica Center und ORF Oberösterreich Gerfried Stocker und Christine Schöpf in einer gemeinsamen Pressekonferenz am Donnerstag in Linz vorstellten.

25 Jahre

Seit 25 Jahren beschäftigt sich das Linzer Medien-Festivals Ars Electronica mit der Zukunft der digitalen Welt. Dabei sollten bisher auch immer wieder die neuen Technologien, die Medien im Zusammenspiel mit der Kunst und ihrer Wirkung auf die Gesellschaft hin überprüft werden. Die Analyse der vergangenen 25 Jahre ist heuer der Ausgangspunkt des Festivals, Ziel sind die zukunftsweisenden Entwicklungen in Kunst, Technologie und Gesellschaft in den nächsten 25 Jahren.

Neues

Die Veranstalter wollen mit zahlreichen Neuerungen im Festivalformat, zusätzlichen Veranstaltungen und Special Events noch spannendere Zugänge zu den Festivalthemen bieten. Die Positionierung zwischen Donnerstag und Dienstag ermögliche demnach eine intensive Nutzung des gesamten Wochenendes. Im zentralen Bereich der Conferences ergänzt und erweitert ein neues Event das Programm: Bereits vor der Eröffnung des Festivals gibt die Konferenz "The Language of Networks" Einblick in aktuelle Netzwerk-Theorien und -visualisierungen. Erstmals ist das Linzer Kunstmuseum Lentos als Ausstellungsort eingebunden, es präsentiert mit "Digital Avant-Garde/Prix Selection" eine Auswahl ausgezeichneter Werke aus der Geschichte der interaktiven Kunst.

Schmelz

Im Bereich der Events verschmelzen heuer erstmals die Eröffnung des Festivals und die Prix Ars Electronica Gala mit der Verleihung der Goldenen Nicas für die Preisträger des Neue Medien-Wettbewerbes zu einer großen Veranstaltung. Dazu kommen noch verschiedene "Ars 25 - Specials" anlässlich des Jubiläums. Unter anderem präsentiert der ehemalige Leiter der Internationalen Akademie für Medienkunst und Wissenschaft in Japan Itsuo Sakane Trends und Entwicklungen der Pionierzeiten digitaler Medienkultur.

"Timeshift-Symposium"

Erhalten bleiben bewährte bisherige Formate, so findet beispielsweise ein "Timeshift-Symposium" mit einem Dialog über künftige Entwicklungen in Kunst, Technologie und Gesellschaft statt. Gegenübertreten sollen sich die Fachleute der vergangenen 25 Jahre und jene, die bereits an der Zukunft des Internet arbeiten. Zu Gast sind in diesem Rahmen unter anderen Chemie-Nobelpreisträger Harry Kroto, der Philosoph Paul Virilio oder der Künstliche-Intelligenzforscher Marvin Minsky, der vor mehr als 15 Jahren bereits seine Zukunftsvisionen in Linz vermittelte.

"Exhibitions"

Dazu kommen noch das Prix Ars Electronica Forum, das die Gewinnerprojekte des Wettbewerbes präsentiert und analysiert. Der Campus der Kunstuni Linz steht als Raum für "Exhibitions" von internationalen Hochschulen zur Verfügung, die sich mit der Lehre von Medienkunst und -Kultur auseinandersetzen. Dazu kommen noch zahlreiche publikumswirksame "Events", unter anderem bei der Linzer Franz-Josefs-Warte am Freinberg, wo weithin sichtbar eine digitale Traumwelt inszeniert werden soll. Eine "electrolobby" soll eine Plattform der offenen Diskussion bieten, indem sie eine Versuchsanordnung für die Präsentation von eigentlich "nicht ausstellbaren" digitalen Kunstformen bereitstellt.(APA)