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Auf Grund seiner Erfolge gilt Verhofstadt nicht nur in Belgien, sondern in ganz Europa als politischer "Wonderboy".

Foto: REUTERS/Thierry Roge
Brüssel - Sein Markenzeichen ist die Zahnlücke mitten im Lausbubengesicht. Die Jugendlichkeit hat sich der 51 Jahre alte Guy Verhofstadt, belgischer Regierungschef und Kandidat für das Amt des EU-Kommissionspräsidenten, trotz seiner jahrzehntelangen Politikerkarriere erhalten. Der steile Aufstieg des überzeugten Europäers begann bereits im Alter von 29 Jahren, als der junge Anwalt an die Spitze der belgischen Liberalen gewählt wurde. 1985 wurde er Vizepremierminister und Haushaltsminister unter Wilfried Martens.

Auszeit in der Toskana

1995 erlitt der ehrgeizige Flame aus Gent einen Rückschlag, als er die damalige Koalition aus Christdemokraten und Sozialisten nicht knacken konnte: Verbittert trat Verhofstadt als Parteivorsitzender zurück und nahm sich eine einjährige Auszeit in der Toskana. Das Comeback gelang 1999, als er die Wahlen gewann und an der Spitze einer "Regenbogenkoalition" aus Liberalen, Sozialisten und Grünen Premierminister wurde. Zu Hilfe kam ihm, der einen radikalen Gesellschaftswandel forderte, eine Reihe politischer Skandale - und nicht zuletzt die Affäre um den Kinderschänder Marc Dutroux, die für ein tiefes Misstrauen gegen die alte Regierung sorgte.

Politischer "Wonderboy"

Auf Grund seiner Erfolge gilt er nicht nur in Belgien, sondern auch in Europa als politischer "Wonderboy". Als EU- Kommissionspräsident würde der Wunschkandidat von Bundeskanzler Gerhard Schröder wohl für frischen Wind in der angestaubten Brüsseler Behörde sorgen. Im eigenen Land aber hat sich Verhofstadt möglicherweise doch etwas abgenutzt. Denn bei den belgischen Regionalwahlen vom vergangenen Sonntag verloren er und seine Liberalen deutlich an Boden. (APA/dpa)