Wien - Einhellige Freude über die Entscheidung zur Doppelspitze aus Johannes Hahn und Alfred Finz bei der Klubklausur der Wiener ÖVP: Finz' Entscheidung sei "extrem positiv aufgenommen worden", bekräftigte Klubchef Matthias Tschirf gegenüber der APA. Überhaupt sei trotz dem schlechten Ergebnis bei der EU-Wahl die Atmosphäre gut gewesen. Es habe sich um ein reines EU-Wahl-Ergebnis gehandelt und sei keine Gemeinderatswahl gewesen. Allerdings sei es "ein Fingerzeig", bestimmte Themen zu fokussieren.

Der "Sukkus" aus der Wahl sei, das urbane Element auch in der Bundespartei zu stärken. Und dafür sei Johannes Hahn der richtige Kandidat, mit dem man die 25 bis 45-Jährigen ansprechen könne. Allerdings vermochte Tschirf in der Vergangenheit keine Fehler entdecken: "Ich sehe hier keine Schwächen, sondern Verbesserungsmöglichkeiten."

Diese Zukunftsthemen seien Wirtschaft und Arbeitsmarkt, wobei man verstärkt auf die Bildung setzten wolle. Außerdem auch der Pflege- und Gesundheitsbereich, wo man auf kleine dezentrale Einheiten und die möglichst lange Pflege zu Hause abziele. Weiters müsse die Kriminalitätsbekämpfung auch unter dem Aspekt des "Sich-Wohlfühlen in der Stadt" gesehen werden. "Unser Programm ist interessanter als das der Grünen", war Tschirf zuversichtlich.

Keine Verärgerung habe es im Klub über die Kritik von Obmann Finz an den Funktionären gegeben, denen dieser nach der Wahl mangelnden Einsatz vorwarf. "Nicht jede einzelne Wortmeldung wurde gewichtet", meinte Tschirf dazu. Er wolle den entscheidenden Gremien nicht vorgreifen, aber er denke, die Bestellung Hahns zum geschäftsführenden Parteiobmann neben Finz sei ein gutes Signal - auch in Richtung Spitzenkandidatur für die Kommunalwahl 2006, schloss der Klubobmann. (APA)