Wien - Die österreichische Sektion des UNO-Flüchtlingshochkommissariates (UNHCR) könnte sich einen österreichischen Regierungsbeauftragten für Flüchtlingsfragen vorstellen. Das sagte UNHCR-Österreich-Chef Gottfried Köfner am Donnerstag gegenüber der APA. Die Hauptaufgabe eines solchen Beauftragten wäre, eine "Brücke" zu den internationalen Zusammenhängen der Flüchtlingsproblematik zu schlagen und dadurch Verständnis für die Situation von Asylbewerbern zu vermitteln.

Ressor-übergreifend

Der Beauftragte sollte sein Know-how auch in der Regierung Ressort übergreifend einbringen können, sagte Köfner. Außerdem soll er durch Öffentlichkeitsarbeit das Bild der Asylbewerber in der Bevölkerung zurechtrücken. Der UNHCR-Chef bemängelte in diesem Zusammenhang die oft ungerechtfertigten Vorurteile, die in der österreichischen Öffentlichkeit über Asylsuchende verbreitet würden. Es würde kaum Positives über Flüchtlinge gesagt, stattdessen würden Einzelfälle pauschaliert oder "Mythen" transportiert, die oft "nicht einmal eine faktische Grundlage" hätten, kritisierte Köfner.

Kampagne

Der UNHCR-Chef wies in diesem Zusammenhang erneut auf die Plakatkampagne "Fairness statt Vorurteile!" des Flüchtlingshochkommissariates hin. Auf der Website von UNHCR Österreich würden in deren Rahmen landläufige Vorurteile aufgegriffen und beantwortet bzw. mit Fakten entkräftet. Diese Vorurteile nützten niemandem, sie verunsicherten aber die österreichische Bevölkerung und machten damit die Integration jener Menschen, die in Österreich schließlich Asyl bekommen, nur schwieriger, gab Köfner zu bedenken. (APA)