Genf - Die WTO-Mitgliedstaaten haben am Donnerstag entschieden, den Kompromiss über einen erleichterten Medikamentenzugang in armen Ländern um neun Monate zu verlängern. Eine Einigung über eine definitive Änderung war ursprünglich bis zum 30. Juni vergesehen gewesen.

Bei einem Treffen des Generalrats über den Schutz des geistigen Eigentums (TRIPS-Abkommen) vom Donnerstag lehnten es die 147 Mitgliedstaaten ab, dass Ende März 2005 der im vergangenen August geschlossene Kompromiss über einen erleichterten Medikamentenzugang in armen Ländern definitiv übernommen wird. Der Kompromiss ermöglicht es Ländern ohne Pharmaindustrie billigere Nachahmer-Produkte (Generika) zu importieren, ohne das Patentrecht zu verletzen.

Während die EU, die Schweiz und weitere Länder wünschten, dass der Kompromiss vom vergangenen August definitiv übernommen werde, wollten einige Generika-Produzenten, wie Indien, Pakistan, Malaysia und Kenia weitere Modifikationen des Vertrages.

Mehrere Länder erklärten, dass die notwendigen Gesetzesänderung laufen würden. Aber einzig Norwegen hat bisher alle notwendigen Maßnahmen ergriffen, um den erleichteren Medikamentenzugang zu ermöglichen. (APA/sda)