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Annan erklärte, ihm lägen keine gesicherten Erkenntnisse vor, wonach die sudanesische Regierung die Janjaweed-Milizen massiv militärisch unterstützt.

Foto: APA/AP Photo/Victor R. Caivano
New York - UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat am Donnerstag Vorwürfen von Hilfsorganisationen und Politikern widersprochen, wonach derzeit im Westen Sudans ein "Völkermord" verübt werde. Es gebe in der betroffenen Region Darfur zwar tägliche "massive Verletzungen des internationalen Menschenrechts, aber ich bin noch nicht bereit, dies als Völkermord oder ethnische Säuberungen zu bezeichnen", sagte Annan in New York. Die UNO wären nach ihrer Charta zu militärischem Eingreifen verpflichtet, wenn sie einen vor sich gehenden Völkermord oder ethnische Säuberungen offiziell feststellen würden.

Annan erklärte, ihm lägen keine gesicherten Erkenntnisse vor, wonach die sudanesische Regierung die Janjaweed-Milizen massiv militärisch unterstützt. Allerdings sei es Aufgabe der Regierung, die Übergriffe der Milizen, vor denen in den letzten Monaten hunderttausende Menschen geflohen sind, zu unterbinden. Wenn sie dies nicht könne, müsse sie dafür internationale Hilfe in Anspruch nehmen. Annan kündigte an, demnächst selbst in den Sudan zu reisen, um sich vor Ort über die Lage zu informieren.

69 Milizionäre aus Darfur in Tschad getötet

Bei Kämpfen zwischen arabischen Milizen aus dem Sudan und Soldaten aus dem Tschad sind am Donnerstag 69 Milizionäre getötet worden. Zwei Milizionäre seien bei den Gefechten in Birak nahe der Grenze zum Sudan festgenommen worden, sagte ein Vertreter der tschadischen Armee. Der Tschad grenzt an die Krisenregion Darfur im Westen Sudans.

Am Mittwoch hatte ein ranghoher Vertreter des Tschad gesagt, die von der sudanesischen Regierung unterstützten arabischen Milizen würden im Tschad Kämpfer rekrutieren. Die tschadische Regierung befürchte deshalb, der Konflikt könne sich auf das Nachbarland ausweiten. Bereits Anfang Mai hatte es Kämpfe auf der tschadischen Seite der Grenze gegeben. (APA/dpa)