Rom - Nach der Wahlschlappe bei den EU- und Kommunalwahlen am vergangenen Wochenende stärkt der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi seine Allianz mit dem Bündnispartner Lega Nord. Der Premier versicherte der rechtspopulistischen Regierungspartei, dass sein Kabinett bis Ende der Legislaturperiode 2006 die Föderalisierung des Landes durchsetzen werde, ein Eckpfeiler im Programm der Lega Nord. Mit diesem Versprechen erhielt Berlusconi Garantien, dass die Lega Nord seine Kandidaten bei den am 27. Juni geplanten Stichwahlen in 22 Provinzen und sechs Gemeinden unterstützen wird. Die Stimmen der Lega Nord, die sich bei den EU- und Kommunalwahlen am 12. und 13. Juni zu einem Alleingang entschlossen hatte, könnten sich für den Erfolg der Berlusconi-Partei Forza Italia in mehreren Provinzen als entscheidend erweisen. "Aufheiterung"

Mit Hilfe der Lega Nord hofft Berlusconi, bei den Stichwahlen die trübe Lage seiner Partei aufzuheitern. Bei den EU-Wahlen war seine Gruppierung auf 21 Prozent zusammengeschrumpft, das schlechteste Ergebnis seit der Gründung der Forza Italia vor zehn Jahren. Auch bei den Kommunalwahlen hatten sich die mehrheitlich die Mitte-Links-Parteien durchgesetzt.

Die Lega Nord stockte am letzten Wochenende ihre Stimmen auf fünf Prozent auf und stärkte somit ihre Position in Berlusconis Regierungsblock. "Wir sind zum Zünglein an der Waage des Koalitionsbündnisses aufgerückt", feierte die "Nummer Zwei" der Partei, Roberto Maroni. Versprechen Nach dem Versprechen Berlusconis, den Föderalismus rasch durchzusetzen, will die Lega Nord den Ministerpräsidenten zu einem Wahlerfolg in seiner Hochburg Mailand verhelfen. Berlusconi hofft auf den Sieg seiner Kandidatin Ombretta Colli bei der Stichwahl für den Posten des Provinzpräsidenten. Die scheidende Präsidentin Colli war im Wahlduell gegen den Kandidaten der Linken, Giuseppe Penati, auf Platz zwei gelandet. Mit Hilfe der Lega-Stimmen könnte sie einen Wahlsieg noch schaffen. (APA)