Rom - Ein offener Brief von Hunderten nichtstaatlichen Organisationen (NGOs) auf der ganzen Welt verurteilt einen erst kürzlich veröffentlichten Report der FAO (Food and Agriculture Organisation of the UN) als schändliches Public Relations-Werkzeug für die Gen-Industrie. Der FAO-Bericht war bereits am 17. Mai 2004 öffentlich präsentiert worden, innerhalb weniger Wochen antworteten über 650 Organisationen und 800 Einzelpersonen aus 120 Ländern durch die Unterstützung eines offenen Briefes, der die negative Tendenz des Berichts gegenüber Armut, Umwelt und Nahrungsproduktion im Allgemeinen stark kritisiert.

Der FAO-Report bemüht sich um eine neutrale Erscheinung, ist aber in starkem Maße voreingenommen und ignoriert Beweise für nachteilige Einflüsse von genetisch manipulierter Saat auf Ökologie, Ökonomie und Gesundheit. Obwohl der Bericht darauf hinweist, dass die Gen-Industrie von Konzernen dominiert ist, wird mit keinem Wort erwähnt, dass nur ein Unternehmen, Monsanto, über 90 Prozent des gesamten Gen-Anbaus kontrolliert.

Die Organisationen behaupten, die FAO unterstütze die so genannte "Terminator Technologie", die sterile Saat produziert, sodass die Bauern nicht wie früher üblich, die Samen einer vorherigen Ernte wieder verwenden können. Außerdem behauptet der Report, dass die Gentechnik den Gebrauch chemischer Pestizide und Herbizide durch die Bauern reduzieren könnte, was der menschlichen Gesundheit und der Umwelt entgegen komme. Aber Studien in den USA beweisen, dass das Gegenteil der Fall ist und dass noch mehr Herbizide verwendet werden müssen. Gleichzeitig wirft der Bericht ernsthafte Fragen zur Unabhängigkeit und intellektuellen Integrität einer wichtigen UN-Behörde auf. (pte)