Graz - Bei einem Zugunfall am Freitagabend in Graz ist ein Waggon eines Regionalzuges im Bereich des Grazer Hauptbahnhofes entgleist. Nach Angaben der Grazer Polizei wurde dabei niemand verletzt. Durch einen technischen Defekt an einer Weiche wurde die letzte Achse des Schlusswaggons "umgeleitet". Das Schienenfahrzeug stellte sich quer zur Fahrtrichtung und riss alle anderen Waggons ebenfalls aus den Scheinen. Da der Zug aber nur rund 30 km/h schnell war, entstand nur Sachschaden. Dieser ist aber enorm und liegt bei mindestens 100.000 Euro.

Weiche umgeschaltet

Der Unfall ereignet sich gegen 18.10 Uhr etwa 300 Meter südlich der Friedhofgasse. Der ÖBB-Regionalzug R 4167 von Graz nach Spielfeld fuhr aus dem Grazer Hauptbahnhof vom Bahnsteig 5 auf dem Gleis 1 in Richtung Süden ab. Vermutlich durch einen technischen Defekt schaltete eine Weiche um und die letzte Achse des letzten Waggons - die Garnitur bestand aus einer Lok und fünf Waggons - des Regionalzuges wurde auf die Ostbahnstrecke umgeleitet. Aus diesem Grund stellte sich der letzte Waggon quer zur Fahrtrichtung und riss auch die letzte Achse des vierten Waggons aus den Schienen.

Ostbahnstrecke gesperrt

Der Zug hatte in der Zwischenzeit eine Fahrtgeschwindigkeit von rund 30 km/h. Als der Zugführer das Unglück bemerkte, konnte er den Zug nach rund 200 Metern anhalten. Der Waggonunterbau, die Südbahnstrecke und auch die Ostbahnstrecke - der komplette Schienenunterbau, Betonsteher und elektrische Einrichtungen - wurden in einer Länge von etwa 200 Metern schwer beschädigt. Die Ostbahnstrecke war bis in die Morgenstunden des Freitag für den Zugverkehr gesperrt. Ein Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet.

Zum Unfallzeitpunkt befanden sich rund 150 Personen im Zug. Wegen dem technischen Gebrechen waren auch die Schrankenanlagen an den Bahnübersetzungen Friedhofgasse, Feldgasse und Kapellenstraße defekt. (APA)