Philips Austria wird innerhalb dieses Jahres rund 200 MitarbeiterInnen kündigen. "Zum Jahresende 2004 werden noch 2.000 MitarbeiterInnen bei Philips in Österreich beschäftigt sein", sagte dazu der neue Generaldirektor Peter Kamm im Rahmen eines Pressegesprächs in Wien. Ende 2003 hatte der Elektronikkonzern noch 2.200 Beschäftigte in Österreich. Betroffen ist davon vor allem die Beamer-Produktion (120 Mitarbeiter) in der Bundeshauptstadt Wien. Die restlichen Arbeitsplätze fallen "Kapazitätsanpassungen" zum Opfer, so Kamm. Dagegen sollen im steirischen Chipzentrum Gratkorn rund 30 neue MitarbeiterInnen eingestellt werden.

Führend

Philips hatte im vergangenen Jahr vor allem in den Bereichen Konsumentenelektronik und Licht punkten können, in denen der Konzern die Marktführerschaft in Österreich behauptete. Im ersten Quartal 2004 betrug der Marktanteil von Philips nach Unternehmensangaben im Bereich Consumer Electronics fast 21 Prozent. Im Einzelsegment Flat-TV-Geräte wies der Konzern sogar 35 Prozent Marktanteil aus.

Wachstum

Die Umsätze gaben im vergangenen Jahr in Österreich leicht auf 1,024 Milliarden Euro nach (2002: 1,051 Milliarden Euro) und sollen sich auch im Jahr 2004 auf ähnlichem Niveau bewegen. Beim Betriebsergebnis hielt sich der Vorstand für Personal und Innovation bei Philips Austria, Markus Posch, bedeckt. Laut Posch konnte das Betriebsergebnis im vergangenen Jahr gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden und bewegt sich im "mittleren zweistelligen Millionenbereich".

Kritik

Kritik äußerte Posch an der österreichischen Forschungsförderungspolitik. "Die ist alles andere als berühmt", so Posch. Von den 63 Millionen Euro, die Philips in Österreich im Jahr 2003 in die Forschung gesteckt habe, seien nur zwei Millionen durch Forschungsförderungen abgedeckt gewesen. Posch forderte unbürokratischere, schnellere Entscheidungen. "Forschungsförderung kann nicht nach dem Zufallsprinzip laufen, Strategie und Focus sind wichtig", sagte Posch.

Notwendigkeiten

Eine gezielte Förderung wünsche er sich vor allem für die Bereiche RFID, Healthcare und Elektroindustrie, so Posch. "Trotzdem ist Österreich ein äußerst erfolgreicher Standort", sagte Posch. Im Jahr 2003 gingen insgesamt 225 Erfindungen und 74 Patentneuanmeldungen aus den mittlerweile neun Kompetenzzentren in Wien, Gratkorn und Klagenfurt hervor. Jeder dritte Philips-Mitarbeiter in Österreich ist derzeit im Forschungs- und Entwicklungsbereich tätig. (pte)