Verärgert hat Premiere-Geschäftsführer Georg Kofler auf die Vergabe der olympischen Fernsehrechte 2010 und 2012 an die Europäische Rundfunk-Union (EBU) reagiert. "Wir sind wirklich empört", sagte der Chef des Pay-TV-Senders am Freitag und kündigte an: "Wir werden auf nationaler und europäischer Ebene alle Rechtsmittel anwenden, um gegen diese Entscheidung anzugehen."

Kofler erhob auch schwere Vorwürfe gegen das IOC und warf ihm ein "ein intransparentes und unfaires Verfahren" vor. "Nachdem wir unser Angebot abgegeben haben, hat es kein ernsthaftes Verhandlungsgespräch gegeben", berichtete der Chef des Abo-TV-Senders. Das Angebot von Premiere sei wirtschaftlich und programmlich größer gewesen. Mit 4.000 Stunden live auf 19 Kanälen habe sein Sender das umfangreichste Programm in der Geschichte der Spiele angeboten.

"Ich finde es einen Skandal, wie die öffentlich-rechtlichen Sender mit dem Geld der Gebührenzahler um sich werfen, um ihren persönlichen Ehrgeiz auszuleben", klagte Kofler: "Das ist ein schwarzer Tag für das private Fernsehen und für das duale Rundfunksystem." IOC-Vizepräsident und Wirtschaftsanwalt Thomas Bach, der an dem Europa-Abschluss wesentlich beteiligt war, sieht einem möglichen rechtlichen Vorgehen "mit großer Gelassenheit" entgegen. (APA/dpa)