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Als beste Hauptdarstellerin wurde Sibel Kekilli und als bester Hauptdarsteller Birol Ünel ausgezeichnet, beide für ihre Rollen in "Gegen die Wand".

Foto: APA/EPA/Soeren Stache
Berlin - Der Berlinale-Sieger "Gegen die Wand" hat auch beim Deutschen Filmpreis abgeräumt. Er wurde am Freitagabend in Berlin mit dem Filmpreis in Gold ausgezeichnet, der mit 500.000 Euro dotiert ist. Der deutsch-türkische Regisseur Fatih Akin bekam ebenso eine "Lola" - den deutschen Film-Oscar - wie seine beiden Hauptdarsteller Sibel Kekilli und Birol Ünel. Die fünfte Auszeichnung erhielt Kameramann Rainer Klausmann. Der Film erzählt die Geschichte von zwei Beinahe-Selbstmördern, die zum Schein heiraten. "Kroko" Die Filmpreise in Silber gingen an "Kroko" (Kleinkriminelle wird zum Sozialdienst in einer Behinderten-WG verurteilt, Regie: Sylke Enders) und an Sönke Wortmanns "Das Wunder von Bern". Diese Geschichte um die Fußballweltmeisterschaft 1954 wurde auch mit dem undotierten Publikumspreis als deutscher Kinofilm des Jahres ausgezeichnet. Den Hauptdarsteller Peter Lohmeyer wählte das Kinopublikum zum Schauspieler des Jahres. 18 Kategorien Die Preise - darunter diese zwei Publikumspreise - wurden in 18 Kategorien vergeben. Mit 2,875 Millionen Euro ist der Deutsche Filmpreis der höchst dotierte Kulturpreis in der Bundesrepublik. Zu der Gala im Berliner Tempodrom kamen rund 2.000 geladene Gäste aus Kunst, Kultur und Politik, darunter viele Prominente aus der Filmbranche. Moderiert wurde der Abend von "Mister Tagesthemen" Ulrich Wickert und der 27 Jahre alten Schauspielerin Jessica Schwarz. Die ARD sendet am Samstag um 23.55 Uhr eine Aufzeichnung. Ehrenpreis Die Auszeichnung für die beste weibliche Nebenrolle erhielt Fritzi Haberlandt ("liegen lernen"). Als bester männlicher Nebendarsteller wurde Detlev Buck ("Herr Lehmann") ausgezeichnet. Ehrenpreise erhielten Mario Adorf für seine Verdienste um den deutschen Film und Sofia Coppola für den besten ausländischen Film "Lost in Translation". Kritik

Kulturstaatsministerin Christina Weiss erklärte bei der Verleihung, es gebe augenfällig eine neue Generation erfolgreicher deutscher Filme. "Eine Kürzung von Filmförderungen ist in dieser Zeit sicherlich nicht die richtige Antwort." Der Hamburger Senat hatte kurz zuvor angekündigt, die Mittel für die Filmförderung in der Hansestadt um 50 Prozent zu kürzen. Hamburg hat Erfolgsfilme wie "Gegen die Wand" gefördert.

Die Geschichte des Deutschen Filmpreises begann 1951. Damals räumte der Kästner-Klassiker "Das doppelte Lottchen" in allen Kategorien ab. Seitdem wird der Preis jährlich vergeben. Die Preisgelder sind zweckgebunden für neue Produktionen. (APA/AP/dpa)