New York - Die Menschenrechtsorganisation Humans Rights Watch hat die Ankündigung der US-Regierung kritisiert, nach der versprochenen Machtübertragung im Irak weiter irakische Gefangene ohne Anklage festhalten zu wollen. Die USA riskierten damit eine Fortsetzung der anarchischen Zustände im Irak, falls dort Gefangene gegen die Bestimmungen der Genfer Konventionen inhaftiert blieben, sagte der Leiter der in New York ansässigen Menschenrechtsorganisation, Kenneth Roth, am Freitag (Ortszeit). Roth wies auf die Notwendigkeit eines Prozesses gegen Ex-Staatschef Saddam Hussein und andere Mitglieder der früheren irakischen Führung hin. Die Verfahren gegen den Ex-Machthaber und dessen Gefolgsleute seien eine Gelegenheit, die Rechtlosigkeit in Irak zu beenden, sagte er. Die US-Regierung hatte kürzlich angekündigt, nach der formalen Übertragung der Souveränität Ende Juni 4.000 bis 5.000 Gefangene, die eine Bedrohung darstellten, weiterhin ohne Anklage festhalten zu wollen. (APA)