Wien - Die Präsidenten der vier Hilfsorganisationen Caritas, Diakonie, Rotes Kreuz und Volkshilfe haben den Weltflüchtlingstag am morgigen Sonntag zum Anlass für einen Appell für mehr Zusammenarbeit genommen. "Die Aufgaben sind lösbar, wenn alle zusammenarbeiten - dazu gehören Bürgermeister sowie die Verantwortlichen in Bund und Ländern und natürlich auch die Hilfsorganisationen", hieß es am Samstag in einer gemeinsamen Aussendung. Konkret gefordert werden die Erfüllung der Aufnahmequoten durch die Bundesländer und schnellere Verfahren.Herausforderungen

"Es gibt in der Flüchtlingsfrage eine Menge an Herausforderungen zu bewältigen, die nur gemeinsam zu schaffen sind", so Caritas-Präsident Franz Küberl. Diakonie-Direktor Michael Chalupka forderte die Quotenerfüllung durch die Länder ein: "Der guten Tradition Österreichs als Asylland angemessen wäre es, wenn Länderquoten nicht als Maximalforderungen verstanden würden, sondern als selbstverständliche humanitäre Verpflichtung, wo auch einige Plätzen mehr kein Problem darstellen dürften."

Eine weitere Forderung der Hilfsorganisationen betrifft das Management zwischen Bund und Ländern muss sich wesentlich verbessern: "Die betroffenen Flüchtlinge dürfen nicht zum Spielball einer schlechten Koordination werden", so Fredy Mayer, Präsident des Österreichischen Roten Kreuzes. Als weiteren Verbesserungsvorschlag nennen die Hilfsorganisationen die Asylverfahren. "Qualität und Tempo der Abwicklung müssen steigen, was aber nur durch eine Aufstockung von Personal möglich sein kann", so Josef Weidenholzer, Präsident der Volkshilfe. Schließlich müsse der Bund - wie im Gesetz vorgesehen - dringend Reserveaufnahmekapazitäten schaffen, damit Flüchtlinge nicht auf der Straße stehen, wenn es zu Engpässen in der Unterbringung kommt, hieß es. Perspektiven "Die Aufgaben sind lösbar, wenn alle zusammenarbeiten - dazu gehören Bürgermeister sowie die Verantwortlichen in Bund und Länder und natürlich auch die Hilfsorganisationen. Die Klärung dieser Aufgaben kann mithelfen, dass Flüchtlingen, die oft eine sehr schwere Zeit hinter sich haben und aller Perspektiven beraubt wurden, wieder einen Platz finden, wo Neubeginn und Zukunft möglich wird", betonen die Chefs der Hilfsorganisationen. (APA)