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Der Felsendom zu Braga.

Foto:AP/Vranic
Braga - Die EM-Premiere in einer der außergewöhnlichsten Fußball-Arenen der Welt sorgte vor allem für Erheiterung. "Es war sehr schwierig, die Tore zu finden", sagte Dänemarks Trainer Morten Olsen nach dem ersten Spiel im Estadio Municipal de Braga. Auch der dänische Torjäger Ebbe Sand war irritiert von der wohl einzigartigen Konstruktion des neuen Stadions, das hoch über der Stadt in einen Felsen gebaut wurde: Es hat nur eine Haupt- und Gegentribüne, dafür hinter den Toren auf der einen Seite nur nacktes Berggestein und auf der anderen Seite einen kleinen Hügel mit weitem Blick über die Stadt.

Zuschauer fehlen hinter den Toren

"Das war schon ziemlich komisch und eine Umstellung", meinte Sand, der sich ein bisschen an eine Dorfplatz-Atmosphäre erinnert fühlte. "Ich glaube, ich habe zuletzt in der Jugend auf solch einer Anlage gespielt." In dem von dem portugiesischen Architekten Souto Moura konzipierten und über 80 Millionen Euro teuren Stadion, bleibt für die Zuschauer hinter den Toren kein Platz. "Da fehlt schon irgendetwas. Ich brauche das Gefühl, dass hinter meinem Tor auch Atmosphäre rüberkommt", sagte Torhüter Thomas Sörensen.

Auch die bulgarischen Spieler fanden die Anlage sehr ungewöhnlich. "Ich hoffe, sie haben hier genug Bälle. Denn die meisten werden nach vergebenen Chancen wohl unten im Dorf landen", witzelte Stürmer Zoran Jankowic noch vor der Partie. Tatsächlich aber flog auf der einen Seite kein Ball aus dem Stadion, auf der anderen prallten die Bälle nach vergeben Chancen von dem Gestein schnell wieder aufs Spielfeld zurück. "Da wirkte unsere Abwehr wie ein massiver Felsblock", meinte Schlussmann Sörensen.

Der Anstieg zum Auto

Auch den Zuschauern in dem 30.000 Plätze bietenden Stadion boten sich ungewöhnliche Umstände. Ein Teil des Weges zur Haupttribüne führte durch einen langen Tunnel, viele Parkplätze waren nur über den Anstieg auf den Berg zu erreichen und somit quasi auf dem Stadion-Dach. Auch DFB-Beobachter Horst Hrubesch war angetan von der Konstruktion. "Das ist schon ein tolles Stadion. Aber auch die anderen neuen Arenen in Portugal sind sehr schön", meinte der frühere Profi. In der nördlichsten EM-Stadt findet am Mittwoch mit der Partie Niederlande - Lettland noch ein zweites Spiel statt. (APA/dpa)