Kabul - Bei einem Angriff von Taliban-Kämpfern auf ein Regierungsgebäude in der Provinz Sabul sind mindestens sieben Menschen getötet worden, wie die afghanische Polizei am Samstag mitteilte. In der gleichen Region wurden am Donnerstag zwei US-Soldaten verwundet, als ihr Fahrzeug auf eine Mine fuhr. Ihr afghanischer Übersetzer wurde getötet, wie die US-Streitkräfte mitteilten.

Wie der stellvertretende Polizeichef von Sabul, Ghulam Jailini, mitteilte, griffen rund 60 Taliban das Gebäude in der Stadt Misan am Freitag an. In dem zweistündigen Feuergefecht seien fünf Taliban und zwei Soldaten getötet worden. Drei Soldaten wurden verwundet. Die Kämpfe endeten erst, als US-Hubschrauber eingriffen. Die Taliban zogen sich danach in die Berge zurück.

80 Kämpfer getötet

Die US-Truppen haben in der Region nach eigenen Angaben in einer Offensive seit Ende Mai 80 Taliban-Kämpfer getötet. Die Offensive habe geholfen, dieses Gebiet vor den für September geplanten Wahlen zu stabilisieren, hieß es danach.

Die Regierung in Kabul schickte unterdessen Truppen in die westafghanische Provinz Ghor, wo Stammesmilizen den Gouverneur gewaltsam vertrieben haben. Ziel sei es die Lage zu beruhigen, hieß. Die Regierung wollte dazu am Sonntag auch eine Delegation in die als Provinzhauptstadt dienende Ortschaft Tshagtsharan schicken, die klären sollte, was dort überhaupt geschehen war, teilte ein Sprecher des Innenministeriums mit. Hintergrund der Auseinandersetzungen war offenbar ein Streit um die Besetzung einflussreicher Posten in der Provinz. Die persönlichen Feindschaften zwischen Führern diverser Milizen haben bisher die Versuche von Präsident Hamid Karzai unterlaufen, die rund 100.000 irregulären Kämpfer im Land zu demobilisieren. Nur wenige tausend haben bisher ihre Waffen abgegeben. (APA)