Frankfurt/Main - Die Menschenrechtsorganisation amnesty international (ai) hat auf die verzweifelte Lage der rund eine Million Flüchtlinge in der sudanesischen Region Dafur hingewiesen. "Die Kinder sind unterernährt, die Eltern traumatisiert und sie alle fürchten wieder angegriffen zu werden", erklärte ai anlässlich des Weltflüchtlingstags am (heutigen) Sonntag. amnesty verlangte von der internationalen Gemeinschaft politischen Druck auf die Regierung in Karthum und humanitäre Hilfe für den Sudan.

Zweifellos trage die Regierung im Sudan die Verantwortung für die Flüchtlingskatastrophe in Darfur, hieß es. "Zum einen schaut die Regierung tatenlos zu, während die arabischstämmigen Janjaweed-Milizen morden, vergewaltigen, plündern, ja ganze Dörfer zerstören. Zum anderen bombardieren Flugzeuge der Regierung die Menschen, Häuser und Dörfer in der Region", erklärte die Sudan-Expertin von ai, Annette Weber.

Hilfslieferungen erschwert

Dramatisch sei auch, dass der Sudan die Lage in der Krisenregion nach wie vor herunterspiele. "Die Regierung, die eigentlich dafür sorgen soll, dass die Flüchtlinge mit Hilfsgütern versorgt werden, leugnet weiterhin den Ernst der humanitären Katastrophe und die Krise der Menschenrechte in Darfur", sagte Weber. ai kritisiert zudem, dass die sudanesischen Behörden den Zugang internationaler Hilfsorganisationen zu den Flüchtlingen unnötig erschweren. Dabei sei es gerade seit Beginn der Regenzeit im Mai lebensnotwendig, die Flüchtlinge mit Nahrung, Wasser und Medikamenten zu versorgen.

Seit Beginn der Kämpfe in Darfur vor 15 Monaten wurden nach Angaben der Vereinten Nationen bis zu 10.000 Menschen getötet. Mehr als eine Million Sudanesen sind innerhalb ihres Heimatlandes auf der Flucht, rund 200.000 flohen in den Tschad. (APA/AP)