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Hat einen Plan zur England-Verabschiedung: Otto Baric.

Foto: APA/EPA
Lissabon - Auch Englands neuer Superstar Wayne Rooney kann Otto Baric keine Angst machen. Vor dem Entscheidungsspiel der Gruppe B bei der EURO 2004 heute(20:45 Uhr) im Estadio da Luz von Lissabon gegen England strotzt der kroatische Teamchef vor Selbstvertrauen. "Die Chancen stehen 60:40 für uns", gibt sich Baric zuversichtlich, dass Kroatien den nötigen Sieg zum Aufstieg ins EM-Viertelfinale schafft und ihm damit das richtige Geschenk für seinen am Samstag begangenen 72. Geburtstag macht.

Noch ist Kroatien in Portugal ohne vollen Erfolg (0:0 gegen die Schweiz, 2:2 gegen Frankreich), doch die starke Leistung vor allem in der zweiten Hälfte gegen Titelverteidiger Frankreich hat den Optimismus angekurbelt. Zudem ist etwas Frieden ins kroatische Lager eingezogen. Selbst der ehemalige Teamchef Miroslav Blazevic, als TV-Kommentator einer der größten Kritiker seines Nachfolgers, hat seine Vorwürfe wegen falscher Taktik zurück genommen und sich bei Baric entschuldigt. "Aber am Montag kann schon wieder alles anders sein", weiß Baric, der seine Akteure am Samstag einmal mehr zum Wallfahrtsort Fatima pilgern ließ.

"Können sie stoppen"

Der Kroate ist jedoch überzeugt, dass es positiv weitergeht. "Wir sind physisch gleich stark wie die Engländer, können den Ball aber besser kontrollieren und in der eigenen Mannschaft halten. Wir haben gegen Frankreich gezeigt, dass wir gegen die besten Mannschaften mithalten können. Wir spielen auf Sieg, das traue ich meiner Mannschaft zu", sagt der Routinier. Selbst der 18-jährige Senkrechtstarter Rooney, der von Bayern-Verteidiger Robert Kovac als "zweifellos größte Gefahr" angesehen wird, macht Baric zumindest nach außen hin nicht allzu große Kopfzerbrechen. "Er ist sicher gut, aber wir haben drei, vier Spieler, die ihn stoppen können. Wir haben einen Weg, ihn und die gesamte englische Mannschaft zu stoppen."

Doch auch England ist ganz auf das Viertelfinale eingestellt. "Es zählt nur eines: Drei Punkte", sagt Teamchef Sven-Göran Eriksson, der in den vergangenen Tagen vor allem bei Everton für Verärgerung gesorgt hat. Der Schwede hatte indirekt Rooney anderen Klubs empfohlen, als möglicher Interessent für den laut Everton-Boss Bill Kenwright 50 Millionen Pfund (76,2 Millionen Euro) teuren Rohdiamanten wurde in den Medien gleich Chelsea-Besitzer Roman Abramowitsch gehandelt.

Beckham: Rooney schießt uns weiter

England steht vor einer ähnlichen Situation wie vor vier Jahren, als im letzten Gruppenspiel ebenfalls ein Punkt gereicht hätte, es aber ein 2:3 gegen Rumänien setzte. "Damals haben wir Deutschland geschlagen und jeder hat geglaubt, wir sind schon aufgestiegen. Aber sie haben uns rausgeworfen. Das sind schlechte Erinnerungen. Wir können das nicht ein zweites Mal passieren lassen", meinte Kapitän David Beckham und warnt davor, das 3:1 in einem Freundschaftsspiel im Vorjahr überzubewerten.

"Wir haben einige leichte Tore geschossen, aber Kroatien hat damals schon gut gespielt und das haben sie auch gegen Frankreich gemacht. Wir wissen, dass sie uns zusetzen können", so der englische Kapitän, der sich dem unglaublichen "Rooney-Rausch" in der Heimat anschließt: "Wayne lässt uns nicht im Stich - er schießt uns ins Viertelfinale." Sorgen bereiten den Engländern die "Vorbestraften" David James, Paul Scholes, Frank Lampard und Rooney, die allesamt im Falle einer weiteren Verwarnung im möglichen Viertelfinale gesperrt wären. (APA)

Mögliche Aufstellungen:

  • Kroatien - England (Lissabon, 20:45 Uhr, SR Pierluigi Collina/Italien)

    Kroatien: Butina - Simic, R. Kovac, Zivkovic, Tudor - Bjelica, Rosso, N. Kovac, Rapaic - Prso, Sokota

    England: James - G. Neville, Terry, Campbell, Cole - Beckham, Lampard, Gerrard, Scholes - Rooney, Owen