Teheran - Vier Monate nach der international kritisierten Parlamentswahl im Iran ist der Leiter der Wahlkommission aus Protest zurückgetreten. Er wolle nie mehr für die Organisation von Wahlen verantwortlich sein, begründete Mortesa Mobalagh (Moballegh) laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Irna vom Sonntag seine Entscheidung. Der zu den Reformern zählende Politiker ist auch stellvertretender Innenminister. Diese Funktion will er bis zum Ende der Amtszeit des reformorientierten Präsidenten Mohammed Khatami Mitte 2005 behalten. Vor der ersten Runde der Parlamentswahlen am 20. Februar diesen Jahres hatte der ultrafundamentalistische Wächterrat rund 2.300 reformorientierte Kandidaten zumeist wegen "unislamischen Verhaltens" ausgeschlossen. Mobalagh hatte deswegen mit seinem Rücktritt gedroht, die Drohung dann aber nicht wahr gemacht. Die Konservativen erzielten in der Folge die absolute Mehrheit. Der nächste Urnengang im Iran ist die Präsidentschaftswahl in einem Jahr. (APA)