Bagdad - Der radikale Schiitenprediger Muktada al Sadr soll ungeachtet eines Haftbefehls, der gegen ihn läuft, an einer nationalen Versammlung zur Ernennung des irakischen Übergangsrats teilnehmen. Al Sadr sei eingeladen worden, sagte der Vorsitzende des Vorbereitungskomitees der Wahlversammlung, Fuad Maasum, am Sonntag. Der Prediger habe mit der Umwandlung seiner Milizen in eine politische Organisation begonnen. Dies werde als "positiver Schritt" gewertet. Die etwa tausend Delegierten der Versammlung bestimmen die einhundert Mitglieder des Übergangsrats.

Al Sadr befehligt einen seit mittlerweile zweieinhalb Monaten andauernden Aufstand gegen die US-geführten Truppen im Irak. US-Militärs machen ihn unter anderem für die Ermordung eines Rivalen im Frühjahr vergangenen Jahres verantwortlich.

Der Übergangsrat, eine Art irakisches Interimsparlament, soll der Übergangsregierung zur Seite gestellt werden. Er soll die Exekutive kontrollieren und die Gesetzgebung mitgestalten. Außerdem obliegt ihm die Nominierung neuer Regierungsmitglieder. Spätestens für Jänner 2005 ist eine allgemeine Parlamentswahl vorgesehen. Der Übergangsregierung unter Ministerpräsident Iyad Allawi soll am 30. Juni die Macht übertragen werden. (APA)