Jenin - Zum ersten Mal haben die Al-Aksa-Brigaden ihre Bedingungen für einen Waffenstillstand mit Israel schriftlich niedergelegt. Seine Bewegung habe bis Sonntagabend an dem Programm gearbeitet und es im Anschluss Palästinenserpräsident Yasser Arafat und dessen Ministerpräsidenten Ahmed Korei zukommen lassen, sagte der lokale Chef der radikalen Gruppe in Jenin, Zakaria Zubeidi, der Nachrichtenagentur AFP.

Laut Zubeidi fordern die Al-Aksa-Brigaden von Israel unter anderem ein Ende der Belagerung von Arafats Hauptquartier in Ramallah, den Rückzug hinter die Grenzen von 1967, die Räumung aller jüdischen Siedlungen in den Palästinensergebieten sowie die Freilassung aller palästinensischen Gefangenen. Gleichzeitig wird die palästinensische Autonomiebehörde aufgefordert, in den eigenen Reihen für Ordnung zu sorgen.

Sollte Israel auf die Bedingungen eingehen, "werde ich ein Ende aller Operationen gegen Israelis anordnen", sagte Zubeidi weiter. Der einflussreiche lokale Chef der Al-Aksa-Brigaden steht selbst auf der Liste der von Israel gesuchten Extremisten. Die radikale Gruppe wurde in Jenin gegründet; dort ist auch nach wie vor ihre Hochburg.

Obwohl die Al-Aksa-Brigaden zum Einflussbereich Arafats gehören, sind ihre Führer zunehmend kritisch gegenüber der Palästinenserführung eingestellt. Mitglieder der Brigaden sind für zahlreiche Selbstmordanschläge auf israelische Ziele verantwortlich. Dabei arbeiten sie zunehmend auch mit ismalistischen Terrorgruppen wie der Hamas zusammen, die in Konkurrenz zu Arafat stehen. In den vergangenen Wochen wurden mehrere Führer der Al-Aksa-Brigaden von der israelischen Armee gezielt getötet.

Korei hatte sich am Sonntag klar gegen eine Auflösung der radikalen Bewegung ausgesprochen. Die Brigaden blieben Teil der Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Arafat, sagte er der arabischen Tageszeitung "Al Shark al Awsat". Die Mitglieder der Gruppe müssten geschützt werden, da sie von Israel "gejagt und bedroht" würden. (APA)