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Die Hungersnot in der westsudanesischen Region Darfur verschlimmert sich laut "Ärzte ohne Grenzen" zusehends.

Foto: REUTERS/Antony Njuguna
Berlin/Khartum - Die bisherigen Hilfsmaßnahmen für Flüchtlinge und Vertriebene in der westsudanesischen Region Darfur (Darfour) reichen nach Erkenntnissen der Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" (Medecins sans frontieres/MSF) bei weitem nicht aus, um eine Hungersnot zu vermeiden. "Zehntausende Menschen könnten sterben", heißt es in einer am Montag veröffentlichten Erklärung der Organisation. "Zudem sind die Vertriebenen weiterhin Angriffen und Vergewaltigungen durch regierungsfreundliche Milizen ausgesetzt."

Von September 2003 bis Februar 2004 sei bei Angriffen auf 111 Dörfern jeder 20. Bewohner ums Leben gekommen. Die Dörfer seien dabei dem Erdboden gleichgemacht worden. Die Angriffe richteten sich vor allem gegen erwachsene Männer, doch seien auch Frauen und Kinder getötet worden.

Vertriebene völlig von Hilfe von außen abhängig

In den Flüchtlingslagern sei jedes fünfte Kind schwer unterernährt, stellen "Ärzte ohne Grenzen" fest. Unregelmäßige und unzureichende Nahrungsmittelverteilungen deckten nicht den grundlegenden Bedarf der Menschen, die völlig geschwächt seien von Gewalt, Entbehrung und Vertreibung. Dieselben Milizen, die zuvor die Angriffe ausgeführt hätten, kontrollierten jetzt die Umgebung der Camps. "Dies bedeutet, dass die Vertriebenen praktisch in den Lagern gefangen sind und in ständiger Angst leben. Immer wieder werden Männer getötet und Frauen geschlagen oder vergewaltigt, wenn sie sich auf die Suche nach Nahrung außerhalb der Lager begeben."

Seit mehreren Monaten seien die Vertriebenen völlig von Hilfe von außen abhängig. "Doch noch immer reichen die Hilfsmaßnahmen nicht aus. Es gibt bislang keine Anzeichen, dass die Hilfsaktivitäten in Kürze verstärkt und damit eine menschliche Katastrophe vermieden kann", heißt es in der Mitteilung. (APA/dpa)