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Ex-Außenminister Pachachi erhebt schwere Vorwürfe gegen INC-Chef Ahmed Chalabi (hinten).

Foto: EPA/Matt CAMPBELL
Bagdad - Die Anhänger des irakischen Politikers Adnan Pachachi haben schwere Vorwürfe gegen den bei den USA in Ungnade gefallenen Chef des pro-westlichen "Irakischen Nationalkongresses" (INC), Ahmed Chalabi, erhoben. Chalabi plane mit seinen Milizionären für die Zeit der geplanten formalen Machtübergabe Ende Juni Anschläge auf staatliche Einrichtungen, schrieb die Zeitung der Pachachi-Partei "Al-Nahda" am Montag. Chalabi war Mitglied des inzwischen aufgelösten provisorischen Regierungsrats und ist in den vergangenen Wochen politisch aufs Abstellgleis geraten. Der INC erhält kein Geld mehr von den USA, nachdem Chalabi vorgeworfen wird, für den Iran gearbeitet zu haben.

Der ehemalige Außenminister Pachachi, der von den Vereinten Nationen ursprünglich als Übergangspräsident ausgewählt worden war, das Amt dann aber abgelehnt hatte, beschuldigt Chalabi, dieser habe eine Kampagne gegen seine Ernennung zum Präsidenten gestartet. Nun habe er Stammesführern in der Region "Mittlerer Euphrat" Geld bezahlt und Kämpfer angeheuert, um zusätzliches Chaos im Land zu stiften. Die irakische Polizei hatte im Mai Häuser Chalabis in Bagdad durchsucht.

Chalabi hatte den US-Geheimdiensten vor dem Krieg teilweise falsch und irreführend über den Irak unter Saddam Hussein berichtet. Der einflussreiche demokratische Senator Joseph Biden hatte laut "New York Times" Chalabi als "Darling des Vizepräsidenten (Dick Cheney) und einiger Zivilisten im Verteidigungsministerium" beschrieben. Chalabi sei nicht "Teil der Lösung" im Irak, sondern selbst ein "Problem". Jordanische Medien hatten den Chef des "Irakischen Nationalkongresses" unter anderem beschuldigt, Urheber des verheerenden Bombenanschlags auf die jordanische Botschaft in Bagdad gewesen zu sein. Chalabi war von einem jordanischen Gericht 1992 in Abwesenheit wegen Betrugs zu 22 Jahren Haft (APA/dpa)