Wien - Laut dem Rat für Forschung und Technologieentwicklung (RFT) fehlen in Österreich zur Erreichung des so genannten Lissabon-Zieles (drei Prozent Forschungsquote bis 2010 in der gesamten EU) unter anderem 700 Forscherinnen und Forscher jährlich und das vor allem in technisch-naturwissenschaftlichen Disziplinen. Die Technische Universität (TU) Wien möchte am Donnerstag in Wien mit der zum dritten Mal durchgeführten Aktion "YO!Einstein" Burschen und Mädchen in der Oberstufe für derartige Studien motivieren.

17 Professorinnen und Professoren der TU Wien werden dabei von 9.00 bis 15.00 Uhr im so genannten Freihaus der Universität vor SchülerInnen sprechen und Experimente und Vorträge etwa aus den Bereichen Chemie, Physik, Maschinenbau, Elektrotechnik präsentieren. Den potenziellen NachwuchsforscherInnen sollen so auch Einblicke in Berufsbilder geboten werden. Dabei steht "Einsteins Relativitätstheorie" ebenso auf dem Programm wie "Coole Mathe Spiele", "Der Sprechende Defibrillator" oder "3D Herzultraschall", wobei man das eigene Herz schlagen sehen kann.

Einfluss der Eltern bei Berufswahl

Für Barbara Weitgruber, Chefin der Forschungssektion im Bildungsministerium, ist es für die Motivation von Mädchen für "nichtfrauenspezifische Berufe" wichtig, dass auch die Eltern eingebunden werden. Maßnahmen zur Erhöhung der in Österreich bekanntermaßen niedrigen Quote an Frauen in der Forschung müsse bereits früh angesetzt werden. Weitgruber berichtete bei einer Pressekonferenz von ersten Erfolgen der zahlreichen Fördermaßnahmen, so konnte der Anteil von Mädchen in technischen und gewerblichen höheren Schulen auf rund ein Viertel gesteigert werden. Nach wie vor niedrig sei die Frauenquote dagegen bei Uni-DozentInnen (14 Prozent) und ProfessorInnen (sieben Prozent).

"Blue-collar-Image" durchbrechen

Aber auch hier gebe es eine Gegenbewegung zu verbuchen, berichtete TU-Rektor Peter Skalicky. So seien seit 1999 an seiner Universität 40 Prozent aller Berufungen an Frauen gegangen. Dass vor allem etwa in den Fächern Maschinenbau, Elektrotechnik oder Informatik nach wie vor wenige Studentinnen eingeschrieben sind, führt der TU-Chef in erster Linie auf ein Imageproblem dieser Studien zurück. "Diese Berufe haben bei uns immer noch ein blue-collar-Image (frei übersetzt: Schlosserg'wand-Image, Anm.), was aber nicht stimmt", so Skalicky. Information wie durch "YO!Einstein" sei daher sehr willkommen und begrüßenswert um die Situation zu verbessern. (APA)