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Auch beim Münchner Oktoberfest sind FerialarbeiterInnen begehrte Arbeitskräfte

APA/Frank Leonhardt
Sommer, Sonne, Strand und viel Erholung - so sieht der Traum-Sommer für viele aus. Für die meisten Schüler, Maturanten und Studenten bedeuten die Ferien aber nicht nur Entspannung. Um das knappe Taschengeld ein wenig aufzubessern, suchen sie sich einen Ferienjob.

Unsichere Bezahlung

Auch die 18-jährige Petra wollte sich nach ihrer Matura etwas dazuverdienen und antwortete auf das Inserat eines Fundraising-Institutes. Ein Monat lang sollte sie für humanitäre Aktionen werben und dafür 1.000 Euro erhalten. Die Realität sah anders aus: Von einer fixen Bezahlung war, in Deutschland angekommen, plötzlich nicht mehr die Rede, stattdessen sollten Provisionen gezahlt werden. Am Ende des Monats die böse Überraschung: 290 Euro wollte der Arbeitgeber zahlen - für zehn Stunden Arbeit, an sechs Tagen die Woche, ein Monat lang.

"So etwas kommt leider immer wieder vor", weiß Edith Kugi, die bei der Arbeiterkammer im Bereich Lehrlings- und Jugendschutz tätig ist. "Vor allem nach den Sommerferien häufen sich bei uns die Anfragen und Beschwerden wegen Problemen mit der Bezahlung von Ferialjobs." Um solche Probleme von vornherein ausschließen zu können, sollten einige wichtige Regeln beachtet werden.

Schwarz auf weiß

"Wer ist mein Dienstgeber? Welche Dienstzeiten habe ich? Wieviel Geld bekomme ich? Das sind Fragen, die man sich nicht erst während des Ferialjobs stellen sollte, sondern schon vorher", rät Edith Kugi. Vor allem sollte man auf einem schriftlichen Arbeitsvertrag bestehen, in dem alle diese Punkte festgelegt werden. Wer seine Ansprüche nach den Ferien schwarz auf weiß hat, kann mit ziemlicher Sicherheit sein Recht geltend machen.

Prinzipiell ist der Ferialjob ein ganz normales befristetes Arbeiter- oder Angestelltenverhältnis, mit kollektivvertraglichen Regelungen, Sonderzulagen und Urlaubsanspruch. Im Kollektivvertrag ist meistens auch der Mindestlohn für FerialarbeiterInnen festgelegt, ansonsten gelten die Einstiegsgehälter als angemessene Entlohnung.

Anonym und unseriös

Bei Anzeigen, die keinen Auftraggeber erkennen lassen und großen Geldsegen versprechen, ist generell Vorsicht geboten. Mit solchen unseriösen Inseraten werden viele Jugendliche gekeilt. Wenn der "Chef" nur unter einer Handynummer zu erreichen ist und versucht, sich vor der Ausstellung eines Dienstzettels zu drücken, sollten die Alarmglocken läuten.

Aber auch in scheinbar seriösen Firmen kommt es immer wieder vor, dass FerialarbeiterInnen zu wenig Geld erhalten oder nicht versichert werden. "Schwarze Schafe gibt es leider immer", weiss Edith Kugi aus Erfahrung. Ein weiterer Tip der AK-Expertin ist daher, immer genaue Aufzeichnungen über Arbeitszeit und verrichtete Tätigkeiten zu machen,um im Fall des Falles Beweise für die geleistete Arbeit in der Hand zu haben. Wenn alles nichts nützt, bleibt nur noch der Gang zur AK-Beratung - und die Hoffnung, die Ferienzeit nicht ganz umsonst mit Arbeit verbracht zu haben. (az)