Bild nicht mehr verfügbar.

"Wir brauchen keine Anregungen von irgendjemandem." Schon gar nicht von außen, meint die designierte Chefin der FPÖ, Ursula Haubner. Ungeachtet dessen bekommt sie jeden Tag neue Namen für ihr Wunschteam präsentiert.

Foto: APA
Wien - Knapp zwei Wochen muss Ursula Haubner das Spiel noch spielen. Alle wollen wissen, wer denn nun in ihrem "Wunschteam" dabei sein wird und wer seinen Sessel räumen muss - und die designierte FPÖ-Chefin wird antworten: "Das überlassen Sie mir, wann ich das sage. Ich werde intern die Personaldiskussionen so rasch wie möglich abschließen."

Parteiinterner D-Day für Haubner ist der 3. Juli. Dann muss sie am Parteitag nicht nur die Wahl zur offiziellen Parteichefin der Freiheitlichen überstehen, sondern auch ein Team präsentieren, mit dem sie die FPÖ wieder "nach vorn", so Haubners Vorgabe, führen will.

Etwas Licht ins Dunkel scheint zumindest in der Frage des Generalsekretariats zu kommen. Haubner dürfte künftig auf eine doppelte Spitze setzen. Zwei Kärntner sollen die Partei in Schuss bringen und halten. Der Nationalratsabgeordnete Uwe Scheuch und Karl-Heinz Petritz, langjähriger Pressesprecher und nunmehr außenpolitischer Berater von Jörg Haider, wurden von Vizekanzler und Infrastrukturminister Hubert Gorbach explizit erwähnt.

Haubner sagte dazu am Montag: "Der Vizekanzler hat die beiden als eine Möglichkeit genannt. Und seine Überlegungen decken sich sehr stark mit meinen." Nicht ohne aber hinzuzufügen, dass auch diese Frage natürlich "noch nicht finalisiert" sei. Auch "andere Damen und Herren" kämen infrage, betonte die Sozialstaatssekretärin.

Gefragt, ob sie selbst vielleicht an einem etwas schwergewichtigeren Amt, etwa dem Vizekanzlerposten, zur Steigerung ihres politischen Verhandlungsgewichts gegenüber Regierungspartner ÖVP, Interesse habe, präsentierte Haubner ihre Prioritäten: "Was ich will, steht nicht zur Diskussion, sondern was für die FPÖ gut ist."

Ob Sozialminister Herbert Haupt für die FPÖ gut ist, soll er indes, so die offizielle Sprachregelung in der FPÖ, ganz allein und autonom entscheiden. Haubner auf die Frage, wie sicher sich denn Haupt auf seinem Sessel fühlen dürfe angesichts der vom Kärntner Landeshauptmann angefachten Ablösedebatte: "So gut, wie ich auf meinem Sessel sitze, so gut sitzt auch Herbert Haupt auf seinem."

Besuch bei Susanne

Ein Wiedersehen von drei FP-Veteranen inklusive "schönen Essens" gab es indes Montagabend in Salzburg. Exvizekanzlerin und nunmehrige Wüstenrot-Generaldirektorin Susanne Riess-Passer hatte den in ÖVP-Diensten stehenden Finanzminister Karl-Heinz Grasser in die Zentrale der Bausparkasse zu einem Vortrag geladen.

Titel: "Solide Finanzierung - Aufschwung und Entlastung". Um die drei Musketiere, die vor rund zwei Jahren gemeinsam nach den FP-Eruptionen in Knittelfeld die schwarz-blaue Regierung verlassen haben, komplett zu machen, nahm Grasser einen prominenten Fahrgast mit, der damals den FP-Klub befehligte: Bundesliga-Vorstand Peter Westenthaler. Die drei treffen einander übrigens regelmäßig. (Lisa Nimmervoll/DER STANDARD, Printausgabe, 22.6.2004)