London - Der tagelange Interview-Marathon von Bill Clinton anlässlich der Veröffentlichung seiner Autobiografie hat bei dem früheren US-Präsidenten offenbar zu nervlicher Anspannung geführt: Als Clinton bei einem Interview mit dem BBC-Journalisten David Dimbleby mehrmals auf sein Bedauern in der Affäre um die Praktikantin Monica Lewinsky angesprochen worden sei, habe der Ex-Präsident einen Wutanfall bekommen, berichtete die Londoner "Times" am Montag. Die Schimpftirade habe mehrere Minuten gedauert.

"Wie es mit Ausrastern so ist, sind sie nicht wie ein Blitz in einem Moment vorbei", zitierte die Zeitung "Sunday Telegraph" einen ranghohen BBC-Mitarbeiter. "Es war substanziell und dauerhaft."

Clintons Ausbruch sei schließlich in eine allgemeine Kritik an den Medien gemündet, die sich fortlaufend unlauter in das Privatleben Prominenter einmischten. Die BBC will das Interview am Dienstag zur Veröffentlichung des über 950 Seiten starken Buches "My Life" (Mein Leben) ausstrahlen. Unklar blieb, ob die Wut-Passagen ebenfalls gesendet werden sollten. (APA)