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Landesrat Josef Martinz wird zum Kärntner VP-Parteichef gewählt. Gegenkandidaten gibt es nicht.

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Klagenfurt - Noch hat man sich in der Kärntner ÖVP nicht vom Wahlschock des 7. März erholt. Bei der letzten Landtagswahl stürzte die Partei mit ihrer Spitzenkandidatin Elisabeth Scheucher auf rund elf Prozent ab. Fast die Hälfte der ÖVP-Wähler hatten ihrem Kurs der Ausgrenzung Jörg Haiders eine klare Absage erteilt, waren eins zu eins in dessen Lager gewechselt und hatten ihm damit den Anspruch auf seine Wiederwahl als Kärntner Landeshauptmann gesichert. Scheucher und Obmann Georg Wurmitzer mussten gehen. Dessen designierter Nachfolger und einziger VP-Landesrat, Josef Martinz, soll am kommenden Freitag auf dem ÖVP-Landesparteitag zum neuen Parteichef gewählt werden. Einen Gegenkandidaten gibt es nicht.

Obwohl der bisher eher blasse Martinz, der als Ossiacher Bürgermeister kaum öffentlich aufgefallen ist, nicht bei allen Funktionären auf Zustimmung stößt, wagt keiner ein Wort der Kritik. Diese könnte sich die Kärntner Schwarzen, die durch die neue blau-rote Chianti-Koalition politisch mit dem Rücken zur Wand stehen, auch gar nicht leisten. Also versucht Martinz im Boot mitzurudern. Am Montag wurde er im Parteivorstand einstimmig als Obmann-Kandidat nominiert.

Schlimm sieht es nach dem Wahldebakel auch mit den Parteifinanzen aus. Nachdem die ÖVP von bisher acht auf vier Landtagsmandate schrumpfte, erhält sie deutlich weniger Parteienfinanzierung. Deshalb soll nun die traditionsreiche Parteizentrale in der Klagenfurter Bahnhofstrasse "verwertet" werden, Landes-, Teil- sowie die Stadt-und Bezirksorganisation der Klagenfurter Stadtpartei unter ein neues, gemeinsames Dach ziehen. Wo das neue ÖVP-Haus stehen soll, ist offen.

Keine Eile

Mit der angekündigten Strukturreform der Partei hat Martinz keine Eile. Sie soll erst Anfang des kommenden Jahres in Angriff genommen werden. Am Parteitag wird es einen ersten Zwischenbericht der nach der Wahl eingesetzten "Strukturgruppe" geben. Und auch das große Reinemachen in der Klagenfurter Stadt-ÖVP wird Martinz auf später verschieben müssen. Auch, weil sich die Langzeit-Stadträte Dieter Jandl und Walter Zwick noch lange nicht von ihren Sesseln verdrängen lassen wollen. (stein)