Algier - Die Explosion in einem Kraftwerk bei Algier ist möglicherweise doch auf einen Bombenanschlag zurückzuführen. Die französischsprachige Zeitung "Liberté" berichtet in ihrer Dienstagausgabe, die Sicherheitsdienste gingen inzwischen von einem Autobombenanschlag aus. Dafür sprächen alle Indizien am Anschlagsort. So habe die Detonation einen tiefen Krater in den Bürgersteig vor dem Kraftwerksgelände gerissen. Auch sei ein Teil der Außenmauer eingestürzt; alle Scheiben im Umkreis von rund 200 Metern seien zersplittert und mehrere parkende Fahrzeuge zerstört, während die Zentrale selbst kaum beschädigt sei.

Ziel des Anschlags könnte es laut der Zeitung gewesen sein, in Algier und einem Gutteil des Landes den Strom zu kappen. In einer Erklärung des algerischen Strom- und Gasversorgers Sonelgaz hieß es dazu lediglich, die Ursache der Explosion sei noch unklar. Innenminister Yazid Zerhouni hatte zuvor noch erklärt, die Explosion sei vermutlich auf einen "Unfall" zurückzuführen; die genaue Ursache müsse aber noch ermittelt werden. Nach Angaben des algerischen Zivilschutzes wurden elf Menschen verletzt, vier von ihnen schwer.

Das Kraftwerk von Hamma ist der wichtigste Stromversorger Algeriens. Es ist erst seit Juni 2002 in Betrieb. Im Februar vergangenen Jahres war im ganzen Land nach einer Panne in der Zentrale von Hamma stundenlang der Strom ausgefallen. (APA)