Wozu man sich just an den ersten Tagen, an denen der Sommer dann doch stattzufinden beginnt, wieder vor dem Fernsehapparat verbarrikaideren soll, um darin zuzuschauen, wie engagierte TV-Amateure auf einer Bank sitzen, Schwarzweiß-Ausdrucke von Sattelitenfotos in die Kamera halten und dazu aufgeregt erzählen, wie das Wetter vor dem Fenster ist, beantwortete Helmut Brandstätter Montagnachmittag ausweichend: Für die nächsten Stunden, so der Chef des neuen Wiener-Stadtsenders "Puls TV", wünsche er sich ohnehin noch Sonnenschein - schließlich war fast die komplette Wiener Stadtregierung die versammelte Rathausopposition und ein paar Bundespolitiker (Alfred Gusenbauer, Franz Morak) angetreten, um Brandstätters Baby im Museumsquartier Schlag 17 Uhr on air gehen zu sehen.

Danach, so Brandstätter, wäre Regen (aus Quotengründen) aber gar nicht so schlimm. Für Wien wirklich neu, gab der Senderchef zu, ist am Puls-Konzept aber vor allem eines: Erstmals gibt es Frühstücks-TV. Johanna Setzer ("nein, es macht mir nichts aus jeden Tag um drei uhr morgens aufzustehen") wird mit Thomas Mohr so tun, als sei Aufwachen das spaßigste, schönste und leiwandste Ding der Welt - aber gegenüber den Kollegen vom Nachmittag haben sie da doch einen Vorteil: Solange man zu müde ist, um aus dem Fenster zu schauen, ist zumindest das Wetter nebensächlich. (rott)