Der für den 30. Juni angesetzte Berufungsprozess gegen den französischen Rocksänger Bertrand Cantat, der für den Totschlag an seiner Lebensgefährtin Marie Trintignant (41) in Litauen zu acht Jahren Haft verurteilt wurde, wird höchstwahrscheinlich nicht stattfinden. Die beiden Parteien befänden sich "auf gutem Weg" für eine außergerichtliche Einigung, sagte der Bruder des Angeklagten, Xavier Cantat, gegenüber dem Fernsehsender "Canal Plus".

"Bertrand will, dass das aufhört. Er ist bereit, das erste Urteil zu akzeptieren", betonte der Bruder des 40-Jährigen und fügte hinzu: "Bis zum 30. Juni können die Berufungen zurückgezogen werden. Wir befinden uns auf einem guten Weg, es gibt auf beiden Seiten einen guten Willen."

Cantat war am 29. März in erster Instanz schuldig gesprochen worden, seiner 41-jährigen Geliebten in der Nacht auf den 27. Juli 2003 in einem Hotel in Vilnius vier tödliche Schläge versetzt zu haben. Sowohl die Familienangehörigen Marie Trintigants als auch Cantat haben gegen das Urteil Berufung eingelegt. Cantats Anwalt Olivier Metzner hatte beim Prozess vergebens versucht, die Einstufung des Vergehens als Eifersuchtsdrama zu erreichen. Nach Ende des Verfahrens kann Cantat die Auslieferung nach Frankreich beantragen, um dort seine Haftstrafe zu verbüßen. (APA)