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Nicht zimperlich ist Ex-Premier Milos Zeman mit seinem Nachfolger Spidla: Er nennt ihn einen Schwächling.

Foto: AP/Gali Tibbon
Prag - Nach dem Debakel der tschechischen Sozialdemokraten (CSSD) bei der EU-Wahl hat der Prager Regierungschef Vladimir Spidla (CSSD) von seinem Vorgänger keine Rückendeckung bekommen. Im Gegenteil: Milos Zeman nannte seinen Nachfolger einen "Schwächling" und forderte dessen sofortigen Rücktritt. Mit seinem Festhalten an der Koalition mit den Christdemokraten (KDU-CSL) und Liberalen (Freiheitsunion US-DEU) "schade Spidla Tschechien und verrate die Ideale der Sozialdemokraten", kritisierte Zeman (CSSD) am Dienstag.

Wortgefecht "wann und wo auch immer"

Spidla wies die Vorwürfe zurück und beschuldigte Zeman, mit "verbaler Aggression" die CSSD spalten zu wollen. Er sei zu einem Wortgefecht mit seinem Vorgänger "wann und wo auch immer" bereit, sagte Spidla. Er hat seinen Rücktritt als Regierungschef angedroht, sollte ihm der CSSD-Exekutivausschuss bei einer Sitzung am Samstag das Misstrauen aussprechen. Als Nachfolger für beide Ämter wird Innenminister Stanislav Gross gehandelt.

Spidla steht in der Kritik, da die CSSD bei der Europa-Wahl nur 2 der 24 Mandate gewinnen konnte. (APA/dpa)