Wien - Die Umbildung des FPÖ-Regierungsteams könnte rascher als erwartet über die Bühne gehen. Bereits am Montag kommender Woche könnte Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) im Nationalrat eine Erklärung über die Regierungsumbildung abgeben. Sowohl das Büro der designierten FPÖ-Parteiobfrau Ursula Haubner als auch Klubobmann Herbert Scheibner selbst bezeichneten diesen Termin als möglich.

"Es könnte sein", so Haubners Pressesprecher Hermann Tribuser auf APA-Anfrage, "dass bis Montag das neue Team steht. Wir lassen uns aber auf keinen Fall drängen, denn schließlich geht es darum, für sehr wichtige Positionen die richtigen Personen zu finden."

Sitzung vorverlegt

In der Präsidialkonferenz des Nationalrates wurde am Dienstag der Beginn der Sondersitzung des Nationalrates zur Wahl des neuen Rechnungshofpräsidenten am nächsten Montag (28. Juni) jedenfalls bereits von 12 auf 10 Uhr vorverlegt. Grund dafür ist, dass es eine Erklärung des Kanzlers geben wird - entweder zur EU-Verfassung oder zur Regierungsumbildung.

Scheibner bestätigte, dass er in der Präsidiale darauf hingewiesen habe, dass bis zur Sondersitzung eine Regierungsumbildung bereits erfolgen könnte. Dann sollte die Regierungsspitze die neuen Regierungsmitglieder gleich an diesem Tag dem Parlament vorstellen. Der Termin sei jedoch noch keinesfalls sicher, sondern nur eine "Ankündigung, was sein könnte".

Für eine rasche Umbildung spricht auch, dass Haubner Gast in der Fernseh-Pressestunde am Sonntag ist.

Als Konsequenz aus der schweren Wahlniederlage hat Haubner auch eine "Neuaufstellung" der FPÖ-Regierungsmannschaft in Aussicht gestellt. Unumstritten dürften nur sie selbst und Vizekanzler Hubert Gorbach sein. Justizminister Dieter Böhmdorfer hat bereits seinen Rücktritt bekannt gegeben. Unklar ist die Zukunft von Sozialminister Herbert Haupt sowie der Staatssekretäre Karl Schweitzer und Reinhart Waneck. (APA)